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Lindau Lindauer Spielbank: Wer nicht 21 Jahre alt ist, der muss draußen bleiben

Bayerns Finanzstaatssekretär Albert Füracker ist zu Besuch in der Lindauer Spielbank.

Lindau (hog) Er wagte kein Spiel und zum Pokern war er auch nicht gekommen: Der bayerische Finanzstaatssekretär Albert Füracker hat sich am Dienstag über die Situation der Spielbank Lindau vor Ort erkundigt und sich die Wünsche und Sorgen angehört. Die Spielbank Lindau ist eine von neun bayerischen Casinos und gehört mit zu den erfolgreichsten im Freistaat. 125 000 Besucher waren im vergangenen Jahr gekommen und 68 Mitarbeiter arbeiten dort. Die Spielbank wird von der Staatlichen Lotterieverwaltung betreut, die zum Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat gehört.

„Die Spielbank Lindau liegt, was den Umsatz angeht im bayerischen Vergleich auf dem guten vierten Platz“, erklärte Friederike Sturm, Präsidentin der Staatlichen Lotterieverwaltung. Rund 125 000 Gäste waren im vergangenen Jahr in die Spielbank auf der Lindauer Insel gekommen, Finanzstaatssekretär Füracker sprach von einem „leichten Aufwärtstrend, der hoffentlich anhält“.

Ein Spielcasino wurde in Lindau bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg genehmigt und 1990 vom Freistaat Bayern übernommen, der auf einen Neubau drängte. Der futuristische Glasrundbau wurde im Jahr 2000 eröffnet – mit bestem Blick auf den Bodensee und fast auf die Spielbank-Konkurrenz im benachbarten Bregenz. Die bereitet dem Lindauer Spielbankdirektor Nikolaus Bartl auch regelmäßig Bauchschmerzen, denn: Was bei den österreichischen Nachbarn möglich ist, davon träumen Spielbankdirektoren und deren Gäste in Bayern und Baden-Württemberg nur – mit 18 Jahren ein Casino besuchen zu dürfen.

„Wir erleben es fast jedes Wochenende, dass Gruppen mit jungen Leuten kommen und oft ist jemand dabei, der eben noch nicht 21 ist und die ziehen dann ganz häufig weiter nach Bregenz“, erklärt Nikolaus Bartl.

Der Lindauer Spielbankdirektor hat auch Zahlen parat, die belegen, dass in Bregenz rund 26 Prozent der Besucher unter 21 Jahre alt sind. „Uns fehlen dadurch jährlich 10 000 bis 15 000 Besucher“, rechnet Bartl vor. In Bayern und Baden-Württemberg ist der Eintritt in Spielhallen zwar ab 18 Jahren erlaubt, nicht jedoch in staatliche Spielbanken. „Uns liegt der Jugendschutz sehr am Herzen und wir haben da eine Fürsorgepflicht. Es gibt derzeit auch keine Initiative, das Landesgesetz zu ändern“, stellte der CSU-Finanzstaatssekretär Albert Füracker bei seinem Besuch in Lindau fest. Füracker legte aber auch großen Wert auf die Feststellung: „Die Leute wollen spielen und wir wollen, dass dies unter staatlicher Aufsicht passiert!“

Die Verantwortlichen der Spielbank Lindau hoffen jetzt darauf, dass für die Raucher unter den Gästen eine Lösung gefunden werden kann: „In Bregenz dürfen die Spiele auch in den Räumen rauchen, bei uns nur auf einem kalten Balkon. Wir würden uns wünschen, dass der Balkon wenigstens verglast werden könnte“, so Bartl.

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