Konstanz Herzzentrum zieht nach Münsterlingen
Das Kreuzlinger Herzzentrum zieht nicht nur 100 Meter, sondern ein paar Kilometer um. Es baut in Münsterlingen, neben dem Kantonsspital. Bild: Bild: Rindt
Es will sein Angebot ausbauen und modernisieren. Die Kapazität soll von heute 34 auf 55 Betten erhöht werden. Am bisherigen Standort im Wohngebiet von Kreuzlingen wäre dies nach Angaben der Betriebsleitung kaum möglich gewesen. Die Spezialklinik will mit der Akutklinik in Münsterlingen kooperieren.
Beide Häuser wollen den „Spital-Campus“ bilden und von der Nähe des anderen profitieren. Sie bietet die Möglichkeit, Patienten die unter Mehrfacherkrankungen leiden, auf kurzem Wege umfassend zu behandeln. „Wir haben die Spezialisten näher an unseren Patienten“, sagt Klinikdirektor Martin Costa. Betrieblich sollen beide Kliniken eigenständig bleiben. Damit geht die Kreuzlinger Klinik denselben Weg wie das Herzzentrum in Konstanz. Beide gehören zur CHC Holding AG. Die Konstanzer Herzklinik nutzt schon seit 1997 die Nähe zur Klinik der Konstanzer Spitalstiftung. Auch das Kreuzlinger Haus arbeite schon heute eng mit dem Spital Münsterlingen zusammen.
Der Spatenstich auf dem anvisierten 13 000 Quadratmeter großen Baugelände in Münsterlingen ist im kommenden Jahr geplant. Zuvor muss das Thurgauer Parlament den Bauplänen zustimmen. Die Kantonsregierung empfiehlt den Schritt. Das Gelände gehört dem Kanton Thurgau.
Der Ausbau sei medizinisch notwendig. Mit der immer älter werdenden Gesellschaft werde die Nachfrage für die spezialisierte Klinik steigen, sagte Marc Kohler vom der Spital Thurgau AG. Das Kreuzlinger Herzzentrum besteht seit 1992. Es war das erste Haus in der Ostschweiz und behandelte damals weit über die Grenze auch deutsche Patienten. 1997 öffnete das Konstanzer Herzzentrum. Der Umzug des Kreuzlinger Hauses werde keine Auswirkungen aufs das in Konstanz haben, sagt Martin Costa auf Nachfragen. Das Konstanzer Herzzentrum habe sich als zweitgrößtes in Baden-Württemberg etabliert und einen Alleinstellungsanspruch. Es sei weder die Verlagerung von Leistungen, noch ein Abzug von Personal vorgesehen.
Das Kreuzlinger Herz-Zentrum hat jährlich 2600 stationäre und 5500 ambulante Patienten. Die 34 Betten, plus ein Notbett sind nach Angaben Costas zu 103 Prozent belegt. Konstanz und Kreuzlingen pflegen traditionell eine enge Zusammenarbeit mit medizinischen Einrichtungen in der Region, so etwa mit den Kliniken Schmieder.