Nach dem Tod von zwei Delfinen wollte der Freizeitpark Connyland offenbar neue Meeressäuger anschaffen. Nach Angaben des Veterinäramts des Kanton Thurgau steht der Import von Delfinen derzeit aber nicht zur Debatte. Tierschützer fordern derweil die Schließung von Connyland und rufen zu einer Demo gegen das Delfinarium auf.
Das Delfinarium Connyland bekommt vorerst keine neuen Delfine, das geht aus einer Medienmitteilung des Veterinäramts des Kanton Thurgau hervor.
Connyland wollte neue Delfine
Das Wal- und Delfinschutzforum (WSDF) hatte den Medien eine Mail einer Connyland-Mitarbeiterin – datiert vom 1. Dezember 2011 – zukommen lassen, in der sie den Kantonstierarzt Paul Witzig nach den Bedingungen für einen Import von Delfinen fragt. Sie begründet ihre Anfrage nach dem Tod von zwei weiteren Delfinen mit den möglichen Konflikten der noch verbliebenen Tiere untereinander.
Der Kantonstierarzt erteilte dem Connyland daraufhin eine Abfuhr. Er antwortete der Freizeitpark-Mitarbeiterin nach Angaben des Thurgauer Veterinäramts am 5. Dezember 2011: «Grundsätzlich möchte ich aber doch darauf hinweisen, dass wir mindestens das Resultat der Untersuchungen (Gutachten zum Tod der beiden Delfine «Shadow» und «Chelmers»; A. d. Red.) abwarten müssen, bevor weitere Schritte unternommen werden können.» Paul Witzig weist auch darauf hin, dass Delfin-Importe in die Schweiz zwar grundsätzlich möglich seien. Allerdings müsse aus seiner Sicht die Herkunft der Tiere sorgfältig abgeklärt werden. Der Import von Wildfängen müsse ausgeschlossen werden.
Delfinhaltung im Connyland soll untersucht werden
Auch wenn der Kantonstierarzt laut Schweizer Medien ein unabhängiges Gutachten zur Delfinhaltung im Connyland einholen will, hält er es für verfrüht und unseriös, dem Freizeitpark die Haltung der Meeressäuger verbieten zu wollen.
Das Wal- und Delfinschutzforum (WDSF) fordert dagegen die umgehende Schließung des Delfinariums. «Delfine haben in einem Vergnügungspark wie dem Connyland nichts zu suchen, wie die vielen Todesfälle beweisen», so WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller in einer Pressemitteilung. Tierschützer planen zur Saisoneröffnung im Connyland am 1. April eine Demonstration gegen den Freizeitpark und rufen dazu auf Facebook und in Internetforen auf.
Im November 2011 waren innerhalb einer Woche zwei von fünf Delfinen in dem Freizeitpark im schweizerischen Lipperswil verendet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Thurgau sind die beiden Tiere an Gehirnschäden gestorben, die durch Antibiotika ausgelöst wurden. Gegen zwei Tierärzte wird nun ermittelt.
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