Im Basler Zoo ist die Freude groß: Am Montagabend hat das Panzernashornbaby Jari das Licht der Welt erblickt. Jari ist das dritte Kalb von Nashornmutter Quetta und bereits das 33. Nashornbaby, das im Zolli auf die Welt gekommen ist. Noch erholen sich Mutter und Sohn von den Strapazen der Geburt, das Nashornhaus ist deswegen momentan geschlossen. Doch bereits am Wochenende können die Besucher einen Blick auf den 60 Kilo schweren Wonneproppen werfen.
„Ich bin glücklich“, sagte Kuratorin Friederike von Houwald am Mittwoch bei einem Pressetermin. Und sie hatte allen Grund glücklich zu sein. Der Zoo Basel hat zwar jede Menge Erfahrung mit dem Nashornnachwuchs, schließlich kam bei ihm im Jahr 1956 das weltweit erste in einem Zoo geborene Nashorn zur Welt, mittlerweile wurden hier 33 Panzernashörner geboren. Doch im Fall von Quetta und Jari hatten sich die Tierpfleger etwas Sorgen gemacht. Denn für ihr erstes Kalb hatte die Nashornmutter nicht genügend Milch, das zweite kam tot zur Welt. Doch bei Jari scheint alles zu klappen. Nur rekordverdächtige 20 Minuten dauerte die Geburt am Montagabend. Kurz darauf stand der kleine Brummer bereits auf eigenen Beinen und trank wenig später eifrig bei seiner Mutter. Klar, dass er den passenden Namen Jari erhielt. Der ist nepalesisch und bedeutet „augenblicklich“.
Der Zoo Basel führt seit 1972 das internationale Zuchtbuch, in dem alle in Zoos lebenden Nashörner weltweit erfasst werden. Zudem ist er seit 1990 für die Koordination des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Zwergflusspferde, Somaliwildesel und Panzernashörner zuständig. Da Inzucht das Auftreten von Erbkrankheiten fördert, ist es eines der Hauptziele des Zuchtprogramms, diese zu vermeiden. Damit nicht verwandte Paare gefunden und vermittelt werden können, sind die Verwandtschaftsbeziehungen und der Stammbaum der Tiere in Zuchtbüchern erfasst – der Zolli betreibt quasi eine Partnerbörse.
Außerdem unterstützt der Zoo Basel mit einem Teil des eingenommenen Eintrittsgelds das „Indian Rhino Vision 2020“-Projekt im indischen Assam. Dessen Ziel ist es, alle Panzernashörner in Assam unter besseren Schutz zu stellen. In neuen Schutzgebieten sollen weitere Populationen aufgebaut und Tiere aus überfüllten Gebieten in diese neuen Reservate umgesiedelt werden. Das ist wichtig, denn heutzutage ist das Horn der Tiere, dem allerlei wundersame Kräfte nachgesagt werden, vor allem in China und Vietnam begehrt. Das kann dem kleinen Jari jedoch egal sein. Er erkundet erstmal sein Gehege im Basler Zoo, ab dem Wochenende kann man ihm dabei zuschauen. Und mit seiner zwei Tonnen schweren Mutter hat er einen gewichtigen Bodyguard.