Unter sanftem Rieseln der Schneeflocken begleiteten die beiden knapp halbjährigen Königspinguinküken Franziska und Ferdinand am Dreikönigstag zum ersten Mal die anderen Pinguine auf dem täglichen Spaziergang. Zu ihrem ersten Ausgang mussten die beiden vom Tierpfleger allerdings noch überredet und sanft aus dem Innengehege getrieben werden. Noch unsicherer wurden sie dann, als sie an den Zuschauern vorbeiwatschelten. Und so dauerte der Spaziergang etwas länger als sonst.
Fünf Monate mussten die im Juli geborenen Küken warten, bis sie groß und kräftig genug waren, um die erwachsenen Vögel zu begleiten. Von nun an werden Ferdinand und Franziska, wann immer möglich, den täglichen Pinguinausflug begleiten. Jeden Tag wird es wohl noch nicht klappen, aber mit der Zeit werden sie selbstsicher genug sein, um ihren Eltern ohne zu Zögern ins Freie zu folgen.
Schon jetzt haben sie gelernt, dass nicht mehr rund um die Uhr für sie gesorgt wird. Und so wird der tägliche Spaziergang vor allem den Eltern Erleichterung verschaffen. Denn künftig können die ab und zu im Innengehege bleiben und in Ruhe ein Bad nehmen, während sich ihre Jungen an der frischen Luft austoben.
Wer Ferdinand und Franziska einmal live beim herumwatscheln zusehen will: Der Pinguinspaziergang beginnt im Winter immer um elf Uhr bei der Brücke vor dem Vivarium im Basler Zoo. (jan)
Info:
Königspinguine sind mit fünf bis sieben Jahren geschlechtsreif. Männchen und Weibchen wechseln sich bei der Brut ab. Das erste Federkleid der Küken ist blassgrau, danach wächst ihnen ein dickes, braunes Daunenkleid. Die Jungen betteln ihre Eltern fast ununterbrochen an und werden in der Folge sogar schwerer als die Erwachsenen. Die Königspinguine leben in Kolonien von bis zu 60.000 Paaren. Ihre Anzahl wird auf eine Million und mehr geschätzt. Sie sind geschützt, ihr Bestand ist aber nicht bedroht und weltweit zunehmend.