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Kanton Basel Basel im Fasnachtsfieber

23.02.2012
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Bald geht es los: Mit dem Morgestraich am 27. Februar beginnt in Basel die Fasnacht. Es werden Tausende Teilnehmer und Besucher erwartet.

Wenn die Narren hierzulande Maske und Kostüm wieder im Schrank verstaut haben und die Fasnachtsfeuer auf den Anhöhen niedergebrannt sind, geht es in Basel erst richtig los: Von Montag, 27. Februar, bis Mittwoch, 29. Februar regiert Frau Fasnacht in der Stadt am Rheinknie. „S glemmt“ lautet zwar das Motto. Doch das Fasnachts-Comité tut, was es kann, damit die „drey scheenschte Dääg“ organisatorisch wie am Schnürchen laufen.

Es geht dieses Jahr an der Basler Fasnacht – wen wundert's – vor allem ums Geld, genauer um das fehlende. Finanzielle Probleme – ob kriselnder Euro oder starker Franken, armes Baselbiet oder gebeuteltes Griechenland – sind das beliebteste Sujet. 53 Fasnachtseinheiten, lässt das Comité wissen, befassen sich damit – in Kostüm und Larve (Maske), auf Laternen und in Schnitzelbänggen, also fasnächtlichen Spottversen. Ansonsten ist das Themenspektrum sehr breit, weiß Obmann Christoph Bürgin. Mehr als 130 verschiedene Sujets weist die Statistik aus.

Gar nicht klemmt es bei der Beteiligung. 12 000 machen organisiert, schätzungsweise ebenso viele wild Fasnacht. „Von Fasnachtsermüdung keine Spur“, sagt denn auch Bürgin. Allein für die beiden Umzüge am Montag und Mittwoch (Beginn jeweils 13.30 Uhr), die baslerisch korrekt Cortège heißen, sind 38 Stammvereine, 31 Alte und 63 Junge Garden, 80 Pfeifer- und Tambourengruppen, 120 Wagen, 63 Guggemusiken, 20 Chaisen (Kutschen) sowie 52 Gruppen und sieben Einzelmasken angemeldet. Gerade mal 38 dieser 484 Einheiten, die der offizielle Fasnachtsführer „Rädäbängg“ auf 140 Seiten auflistet, gaben kein Sujet an, das sie ausspielen. Die Basler Fasnacht – und das unterscheidet sie von vielen anderen – ist also eine Themenfasnacht.

Einzigartig ist der Auftakt mit dem Morgestraich. Schlag vier Uhr in der Früh werden am Montag die Lichter in der Basler Innenstadt gelöscht. Und auf das Kommando „Morgestraich! Vorwärts, marsch!“ setzen sich Tausende von Trommlern und Pfeifern in Bewegung. Mit zwei Neuerungen will das Comité den Staus bei den Umzügen auf zwei runden Routen durch die Innenstadt zumindest einigermaßen Herr werden. Die Cliquen starten nicht mehr von einem bestimmten Punkt aus, sondern in einem Sektor. Ein vierter Standort des Comités auf der Großbasler Seite der Mittleren soll zusätzliche Entflechtung bewirken.

Bevor die Pferde wieder in ihre Ställe dürfen, gibt es am Mittwoch, 17 Uhr, am Blumenrain die erste „Schääsede“. Dort präsentieren sich Kutschen und drehen um 18 Uhr eine Ehrenrunde. 27 Waggis-Wagen und 40 Requisiten können von Montagabend bis Mittwochmorgen auf dem Kasernenplatz bestaunt werden. Zeitgleich läuft die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz mit etwas mehr Platz. Der Dienstagabend gehört den Guggemusiken. 27 Formationen versammeln sich am Messeplatz und marschieren um 18.30 Uhr durch die Clarastraße und über die Mittlere Rheinbrücke zu den Auftrittsorten. 15 Guggen spielen von 19.30 bis 22.30 Uhr auf dem Marktplatz, 14 weitere von 19.30 bis 22.55 Uhr auf dem Barfüsserplatz.

Die fünf Schnitzelbangggesellschaften schicken am Montag- und Mittwochabend rund 70 Bänggler in die Restaurants der Basler Innenstadt, um ihre Verse vorzutragen. Wer Informationsbedarf hat, dem hilft das Comité an seinen Inseln auf dem Marktplatz, dem Claraplatz, dem Münsterplatz (Dienstag) und dem Barfüsserplatz (Montag/Mittwoch). Dort gibt es den „Rädäbang“, „Zeedel“, also Zettel mit den Versen der Cliquen, und natürlich Fasnachtsplaketten. Letztere zu kaufen und zu tragen ist Ehrensache. Die Basler Innenstadt ist während der drei Tage für den Verkehr übrigens weitgehend gesperrt. Parkplätze sind ohnehin rar. Besucher kommen daher am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den „drey scheenschte Dääg“ – damit es auch bei der An- und Rückreise möglichst nicht klemmt.