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Kanton Basel-Land Lasst die Spiele beginnen

27.08.2012
Kanton Basel-Land -  Zu Tausenden strömten die Besucher am Wochenende in die Römerstadt Augusta Raurica zu den nunmehr 17. Römerspielen. Das bunte Volksfest lud ein zu einer großen Entdeckungsreise durch die römische Zeit, in deren Mittelpunkt der „homo ludens“ – der spielende Mensch – stand.

Zu Tausenden strömten die Besucher zum 17. Römerfest in Augusta Raurica.

Wann immer die Gladiatoren von Ars Dimicandi ihre Kampfkunst im Theater zum Besten gaben, waren sie Zuschauermagneten.  Bild: SIEBOLD

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Vergnügen, Erholung und die Weitergabe fundierten Wissens bildeten einmal mehr die Zutaten des größten Römerfests in der Schweiz.

Seit 1997 gibt es das Römerfest von Augusta Raurica jedes Jahr am letzten August-Wochenende – und es zieht stets große Besuchermengen an. Der Rekord liegt im Jahr 2005 mit 35 000 Gästen. Auch heuer erwarteten die Veranstalter weit mehr als 20 000 Besucher. Ob sich diese Zahl erfüllt hat, sei dahingestellt. Auf alle Fälle waren sich die Parkplätze rund um die Römerstadt schon am Samstagmittag gut gefüllt und der Strom der Besucher an den zahlreichen Kassenhäuschen riss nicht ab. Der erste Weg führte hinunter ins Theater, um noch einen der Sitzplätze zu ergattern, die immer dann besonders begehrt waren, wenn die Gladiatoren von Ars Dimicandi aus Mailand zum Kampf antraten. Zum achten Mal seien sie bei diesem wunderbaren Festival, erzählte einer aus der Truppe, bevor das strengen Regeln unterliegende Schauspiel des Gladiatorenkampfes unter der Moderation von Dario Battaglia seinen Lauf nahm.

Ein großes Augenmerk der Besucher galt auch der Reitergruppe Timetrotter. 1991 in Deutschland gegründet, legt die Gruppe ihr besonderes Augenmerk auf eine realistische Darstellung verschiedener historischer Szenarien. Beeindruckend waren die Rüstungen und die Waffen der Reiter, die den Zuschauern in einem spannenden Schauspiel mit Statisten in Form von aufgespießten Krautköpfen die Grausamkeit von Krieg und Kampf in Zeiten der Antike vor Augen führten. „Allabendlich gibt es bei uns Krautsalat“, scherzte der Moderator.

Mit einer tüchtigen Portion Humor, aber dennoch authentisch agierten auch die Legionäre der Legio XI Claudiae Piae Fidelis. Wo immer die Truppe auftauchte, zog sie ganze Besuchertrauben hinter sich her und bot „im Einsatz für Kaiser Claudius“ ein imposantes Schauspiel mit ihren Marsch- und Kampfformationen. Einmal mehr war das Römerfest ein regelrechtes Entdeckungsparadies für Kinder, die ihre Fähigkeiten fast überall ausprobieren konnten. Da wurde gehämmert, geformt, geknetet, gebastelt und geflochten was das Zeug hielt. Kaum ein kleiner Besucher ging abends ohne ein selbst gebasteltes Utensil aus der Römerzeit nach Hause.

Auch kulinarisch gab es einiges zu entdecken. Römische Würstchen, deftige Eintöpfe, knuspriges Spanferkel und fein duftendes Gebäck nach überlieferten römischen Rezepten luden zum Gaumenschmaus. Zum Essvergnügen gesellte sich Augenschmaus in Form von elegant fließendem Bauchtanz oder akrobatische Einlagen von Basler Kunstturnerinnen. Informatives bot der Bummel durch die Stände der Händler und Handwerker, die gerne ihr Wissen über das alte Römerreich weitergaben. Alleine das Zuschauen, wie ganz ohne neuzeitliche Maschinenkraft auf der von Hand angekurbelten Töpferscheibe wunderschöne Gebilde aus Ton entstanden, bannte staunende Kinder- und Erwachsenenaugen gleichermaßen. Auch das macht das Römerfest in Augusta Raurica immer wieder aus: Das Eintauchen in längst vergangene Zeiten mit allen Sinnen.

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