Freiburg Wirtschaftslage bedeutend besser als angenommen
IHK-Präsident Steffen Auer aus Lahr: „Die badischen Unternehmen erwarten weiterhin ein moderates Wachstum.“ Bild: Zurbonsen
Positiv fallen auch die Erwartungen ans neue Jahr aus. „Die Unternehmen erwarten weiterhin ein moderates Wachstums“, berichtete IHK-Präsident Steffen Auer (Lahr) vor Journalisten in Freiburg, die konjunkturelle Situation in den Betrieben sei tatsächlich nicht so schlecht wie in den Schlagzeilen der Medien. Die Kammer erwartet in 2012 mehr Investitionen in Ersatzbedarf und Kapazitätsausweitungen und in jedem fünften Unternehmen eine Aufstockung der Beschäftigten.
Der IHK-Konjunkturklimaindex stieg zum Jahresbeginn auf 126 Punkten und liegt damit deutlich über dem langjährigen Schnitt von 109 Punkten. Diesen Anstieg und die gute Investitionsbereitschaft der Unternehmen wertete Auer als klares Indiz für unternehmerische Zuversicht am südlichen Oberrhein. Noch immer rechnen deutlich mehr Unternehmen mit einer Verbesserung der Geschäftslage (25 Prozent) als mit einer Verschlechterung (14 Prozent). Deshalb investieren viele Unternehmer mehr als im Vorjahr. Der IHK-Präsident lobte vor allem die Investitionen zum Zwecke der Kapazitätserweiterung (27 Prozent). Lediglich knapp sieben Prozent der befragten Betriebe stuften ihre aktuelle Lage als unbefriedigend ein und wollen Personal abbauen.
Dienstleister optimistisch Hochstimmung macht sich in der Hotellerie und Gastronomie sowie bei den Dienstleistern und in der badischen Industrie breit. „Die besten Werte erzielen das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie die Dienstleister“, erläuterte Steffen Auer, „die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate sind vor allem in der Industrie sehr optimistisch.“ Fast alle Bewirtungs- und Übernachtungsbetriebe (95 Prozent) bezeichneten ihre Geschäftslage als gut beziehungsweise befriedigend. „Damit stehen sie an die Spitze der Branchen“, ergänzte Hauptgeschäftsführer Andreas Kempff.
Überdurchschnittlich konjunkturelle Zwischenberichte kommen auch aus der badischen Industrie und von den Dienstleistern. 58 Prozent der Dienstleister beurteilen ihre Lage als gut, knapp 40 Prozent als befriedigend. Bei einem so hohen Ausgangsniveau überrascht es kaum, dass nur noch 17 Prozent von einer weiteren Verbesserung im nächsten Jahr ausgehen. In der Industrie ist fast jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) mit der aktuellen Geschäftssituation zufrieden. 2012 könnte sogar noch besser werden als 2011, hieß es in der Umfrage.
Die Lage im Handel ist noch sehr gut: Mehr als die Hälfte der Handelsunternehmen beurteilen ihre Lage als gut, weitere 42 Prozent als befriedigend. In der Konsumlaune der Kunden sei jedoch eine Trendwende zu erkennen, teilte die IHK mit. Die Umsätze im Handel haben sich dagegen schon leicht abgeschwächt. Auf einen leichten Wachstumsdämpfer richtet sich die Baubranche ein, die allerdings mehrheitlich nicht von signifikanten Veränderungen ausgeht. Sie räumte allerdings ein, dass sich die Geschäftserwartungen am Bau schon eingetrübt hätten, vor allem wegen der Investitionskürzungen der öffentlichen Hand.
Im privaten Wohnungsbau dagegen stehen die Zeichen vielerorts auf Boom, da die Verbraucher wegen der Unsicherheit auf den Kapitalmärkten verstärkt auf Investitionen in Immobilien setzen.