Wenn Georg Ziegler und Claus-Dieter Busse, die Besitzer der beiden Freiburger Campingplätze, aus ihrem Berufsalltag erzählen, kann man nur staunen. Es gibt Leute, die haben im Wohnmobil eine elektrische Bratpfanne dabei. Oder einen Eierkocher. Und eine Mikrowelle. Andere reisen mit Zelten, in denen ein halber Zirkus unterkommen könnte, wie neulich die schwedische Familie, die ein acht mal fünf Meter großes Zelt aufbaute. Dann sind da die Rentner, die wie Zugvögel Mitte März aus Spanien kommen, in Freiburg kurz ausruhen, dann nordwärts heimfahren – und Mitte September retour.
„Auffällig ist, dass der Komfort unheimlich gestiegen ist“, sagt Georg Ziegler. Er sitzt im Sonnenschein vor einem Kaffee, um ihn herum wacht der Camping am Hirzberg auf. Männer mit Handtuch schlendern zum Sanitärblock, eine französische Familie will zahlen und auf dem Weg zum Ausgang winkt eine Motorradfahrerin aus Paderborn Ziegler zum Abschied zu. Seit 1995 betreibt er den ehemals städtischen Campingplatz an der Kartäuserstraße: 85 Plätze, zur Not 20 weitere für Zelte auf der Wiese, dazu Mietzelte, Mietwohnwagen und die stadtnahe Lage an der Kartäuserstraße. Ostern geht die Saison los, bis in die erste Novemberwoche, und zum Weihnachtsmarkt fahren Italiener an. Der Wohnmobilstellplatz Bissierstraße, sagt Ziegler, sei zu bestimmten Jahreszeiten eine Konkurrenz, aber mit den Kollegen vom Camping am Möslepark komme man gut aus – Freiburg sei groß genug für zwei Plätze. Das findet Claus-Dieter Busse auch. Gerade ist Mittagspause, die Schranke am Eingang ist unten, auf dem Camping am Möslepark wird Wert gelegt auf Ruhe. Stolz ist Busse auf seine Pod-Häuschen, Schutzhäuschen wie aus dem Zwergenland, die man mieten kann genau wie zwei witzige Wohnwagen, einer davon die legendäre „Knutschkugel“.
Woher die Gäste kommen? „Weltweit“, sagt Busse, auch Australier waren schon hier. „Wir haben viele Wiederholungstäter.“ Auf Platz Nummer 40 gibt's Mittagessen am Klapptisch, man kommt aus Dortmund und hat es sich in Freiburg mit einem Riesenzelt gemütlich gemacht. Bis zu 80 Plätze kann Busse anbieten, Unterkünfte zum Mieten, wer hier ein Frühstück will, kriegt auch eins und bald soll ein nagelneuer Sanitär- und Wohnblock entstehen. Was Busse nervt: die vielen Anrufe wegen der Umweltzone. Manche Wohnmobilisten landen deswegen bei der Konkurrenz in Kirchzarten.
Was die beiden Campingplatzbesitzer im Laufe der Jahre beobachtet haben: Holländer haben die tollsten Zelte, sogar welche zum Aufblasen. Franzosen und Spanier lieben Wurfzelte und sind in fünf Minuten fertig. Dänen und Holländer stehen auf Klappzelte.