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Freiburg Urteil: Haft für Raub bei Sex-Treffen

Das Landgericht Freiburg hat eine 19-Jährige und einen 22-Jährigen wegen schweren Raubs und schwerer Körperverletzung zu Haftstrafen und Drogenentzug verurteilt. Vom Vorwurf des versuchten Mords und der Aussetzung wurden sie freigesprochen.

Die Anklage war zunächst von versuchtem Mord ausgegangen; nach der Beweisaufnahme sah die Staatsanwaltschaft zumindest beim 22-jährigen Stefan M. (alle Namen geändert) den Tatbestand des versuchten Mords erfüllt und hatte acht Jahre und sechs Monate Haft sowie Drogenentzug gefordert. Bei der 19-jährigen Sandra F. hatte Staatsanwältin Nikola Nowak für drei Jahre Jugendstrafe plädiert. Stefan S. wurde zu sieben Jahren und einem Monat Haft verurteilt; er wird zunächst zwei Jahre Haft absitzen müssen, bevor er für zwei Jahre in eine Entziehungsanstalt gebracht wird. Sandra F., die zur Tatzeit 18 Jahre alt war, wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Jugendstrafe verurteilt. Sie wird drei Monate Haft absitzen müssen, bevor sie einen Drogenentzug absolvieren muss. „Die Jugendstrafe hängt wie ein Damoklesschwert über Ihnen,“ mahnte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin die Angeklagte, die bei der Urteilsverkündung ihr Gesicht versteckte. „Sollte der Entzug nicht erfolgreich sein, werden sie wieder in Haft kommen. Da ist ihre Mitarbeit gefordert.“

Nach zwei Verhandlungstagen, elf Zeugen und zwei Sachverständigen sah es das Gericht als erwiesen an, dass sich das junge Paar im vergangenen Oktober mit dem 48-jährigen Handwerker Peter M. aus der Ortenau über ein Kleinanzeigenportal im Internet zu einem angeblichen Sex-Date verabredet hatte. Für den Akt hatte man ein Honorar in Höhe von 220 Euro vereinbart. Gemeinsam fuhr man in ein Waldstück beim Eugen-Keidel-Bad; dort übergab M. das Geld und wurde von F. gefesselt. Plötzlich griff S. zu einem Stein und schlug auf den Kopf von M.

ein. Bewusstlos und nur zum Teil bekleidet, ließ das Paar sein Opfer im Wald zurück, nachdem es ihm Kleidung, einen Geldbeutel mit mehreren hundert Euro Bargeld und zwei Smartphones gestohlen hatte, und fuhr mit dessen Auto davon. „Es war nicht ganz einfach, in diesem Fall die Feststellungen zur Sache zu treffen“, sagte Richter Bürgelin. Das Gericht sei schließlich weitgehend den Einlassungen der jungen Angeklagten gefolgt und davon ausgegangen, dass sie vom massiven Gewalteinsatz von Stefan S. überrascht wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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