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12.06.2009  |  von Karl-Heinz Zurbonsen  |  0 Kommentare

Freiburg Universität gibt Gas auf grünem Kurs

Freiburg -  Die Umwelthauptstadt Freiburg („Green City“) wird noch grüner. Dafür will jetzt auch die Albert-Ludwigs-Universität mit Hilfe sorgen. Sie setzt ein erfolgreich erprobtes Modellprogramm für Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz in zahlreichen Institutsgebäuden um. Dadurch sollen der Stromverbrauch um 15 Prozent und die Heizkosten um 20 Prozent gesenkt werden.

Uni auf grünem Kurs: Seit zwei Jahren produziert die Freiburger Hochschule jedes Jahr über eine halbe Million Kilowattstunden an Sonnenstrom. Rektor Hans-Jochen Schiewer an der Hinweistafel: „Wir sind stolz auf die Ergebnisse, die wir schon erzielt haben.“  Bild: Zurbonsen

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Freiburg – Dieser grüne Kurs wird der Uni nach ihrer eigenen Erkenntnis einen Spitzenplatz unter den deutschen Hochschulen eintragen.

Nach Ansicht des Rektorats muss mittelfristig auch das teilweise noch mit Kohle befeuerte Heizkraftwerk des Uniklinikums einen größeren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz in Freiburg leisten. Sie plant nach einer „gewissen Langsamkeit“ in der Vergangenheit jetzt Gas zu geben beim Ausbau ihrer Energiesparmaßnahmen in bis zu 40 Prozent aller Gebäude. Rektor Hans-Jochen Schiewer versprach bei der Vorlage seiner ersten Umweltbilanz, dass er die Hochschule zu einer „Öko-Universität“ umbauen möchte. „Wir wollen eine nachhaltige Universität werden“, betonte Rektor Hans-Jochen Schiewer, „wir müssen jedoch unsere Umweltbilanz noch weiter verbessern und den Bewusstseinsbildungsprozess unter allen Angehörigen der Hochschule beschleunigen.“

Die Exzellenzuniversität Freiburg hat sich fest vorgenommen, auch im Umwelt- und Klimaschutz exzellent werden. Sie spart deshalb bereits viel Strom, Heizenergie, Wasser und Papier, produziert Solarstrom auf zahlreichen Dächern und verstärkt die Bemühungen um Mülltrennung, Abfallvermeidung und Recycling von Wertstoffen. Die Uni reduzierte ihren Wasserbedarf in den vergangenen 20 Jahren von 470 000 auf 160 000 Kubikmeter pro Jahr. Die CO2-Einsparung stieg auf jährlich 794 Tonnen. Im vergangenen Jahr erreichte sie in der Mülltrennung und Müllvermeidung unter allen Universitäten Baden-Württembergs den ersten Platz.

Die Stabstelle Umweltschutz hat vor fünf Jahren ein Modellprojekt zur Schonung der Ressourcen entwickelt und schon in mehreren Gebäuden der Biologie und Psychologie erfolgreich getestet. Hans-Jochen Schiewer: „Seit 2004 verfolgen wir eine klare Strategie für die Umwandlung in eine nachhaltige Universität.“ Es könne sich sehen lassen, so das Rektorat, was die Hochschule bei zwei Modellprojekten schon erreicht hat, die in mehreren Gebäuden der Biologie und Psychologie getestet wurden.

Dieses Energiesparprogramm motivierte gezielt die Angestellten und Studierende der Institute auf vielfältige Weise, sich ökologisch korrekt zu verhalten. Es wurden Strom sparende Geräte und Leuchtmittel und abschaltbare Steckdosenleisten zur Verfügung gestellt. Die Nutzer des Labor- und des Bürogebäudes zum Beispiel erhielten spezielle Schulungen und Tipps zum Energiesparen. Das Institut für Psychologie verschenkt Energiesparboxen alle neuen Studierenden. Die Öko-Box enthält Informationsmaterial, eine Energiesparbirne und einen abschaltbaren Zwischenstecker. Die Ergebnisse übertrafen alle Erwartungen: Bereits im zweiten Jahr konnten 15 Prozent Energie und dadurch etwa 60 000 Euro pro Jahr eingespart werden.

Das Pilotprojekt zum Energiesparen wird nun auf weitere Gebäude ausgeweitet, darunter das Rektorat und Institute der Physik, Pharmakologie, Pharmazie und Materialforschung. Damit wären „dann gut zehn Prozent“ aller 160 Uni-Gebäude in das Energiesparprogramm einbezogen. Auf diesem Weg können nach Berechnungen von Stabstellenleiter Jürgen Steck ungefähr 15 Prozent beim Strom und 20 Prozent bei der Heizung eingespart werden. Die Universität wird zudem mehr Geld in CO2-sparende Technik und in Überzeugungsarbeit bei Wissenschaftlern, Studenten und Mitarbeitern investieren. Es sollen überdies 24 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm des Landes Baden-Württemberg vor allem in die Energie-Optimierung von Gebäuden eingesetzt werden, etwa in Dämmstoffe oder energiesparende Heizungs- und Kühlanlagen. Ein Kältering, der sich derzeit noch im Bau befindet, wird in den nächsten Jahren fast alle Universitäts-Gebäude zentral kühlen.

Vor zwei Jahren erklärte sich die Hochschule anlässlich ihrer 550-Jahgr-Feier zur „Solar-Uni“. Es wurden mehrere Solaranlagen mit 550 Kilowattpeak Leistung und damit das größte Solardächerprogramm Baden-Württembergs auf öffentlichen Gebäuden installiert. Die Kraftwerke liefern jährlich ungefähr 524 000 Kilowattstunden an Sonnenstrom und vermeiden so Klimagase in der Größenordnung von 280 Tonnen pro Jahr. Die Universität Freiburg spart außerdem CO2 durch die Verwendung von Recyclingpapier, fördert das Radfahren und die Benutzung von Bussen und Bahnen.

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