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Freiburg Supertramp in Freiburg gar nicht super in Form

09.09.2010


Freiburg – Die Privatbrauerei Ganter produziert wieder freundliche Schlagzeilen: Der Umbau des Familienunternehmens zur „modernsten Brauerei Deutschlands“ steht kurz vor dem Abschluss (Eröffnung 21. November), und das Ganter-Open-Air am Wochenende mit der schottischen Rockband „Runrig“ (3900) und den Pop-Klassikern von „Supertamp“ (2900) lockte fast 7000 Fans auf das Brauereigelände an der Schwarzwaldstraße in Freiburg.

„Es gab nur positive Resonanz“, berichtete Projektleiterin Barbara Grabbe vom Veranstalter „Koko Entertainment“, die ein weiteres Open-Air für 2011 ankündigte.

Eine Band wie „Supertramp“ im Brauereihof, das verhieß einen unterhaltsamen Abend mit Rockklassikern und Fabrikcharme. Der Auftritt von Supertramp fiel jedoch eher unspektakulär aus, kalt und erreichte erst zum Finale mit dem Tophits „School“, „Dreamer“ und natürlich „Crime Of The Century“ das Prädikat extraklasse. Die vorher gar nicht aufregend inszenierte Hitparade löste bei den graumelierten Fans nur zeitweise Begeisterungsstürme aus. Breiter viel die Zustimmung bei Runrig am Samstag aus. 1000 Zuhörer mehr als bei Supertramp kamen zum Gastspiel der Schotten, die 3900 Fans anlockten und auch begeisterten. Unter den gereiften Fans, die nur häppchenweise mit Ohrwürmern versorgt wurden, machte sich Ungeduld breit, da sie auf ein Hitfeuerwerk gehofft hatten, aber hauptsächlich mit B-Seiten-Musik versorgt wurden. Richtig gute Stimmung kam nicht auf – am hervorragend abgemischten Sound im Brauereihof dürfte es nicht gelegen haben, eher an der Seele, die der Darbietung der alten Band am Ende einer lange tour fehlte. Der eigentliche Star des Abends war der Sonnenuntergang überm Innenhof der Freiburger Ganter Brauerei, wo in den vergangenen Jahren schon Diana Ross und Van Morrison, Katie Melua und Simply Red die Bierfässer zum Rocken brachten.

Die neunköpfige Band „Supertramp“ kam zum Abschluss ihrer „70 – 10“ Tournee in den Freiburger Brauereihof und erkundigte sich zunächst danach, ob das Bier auch schmecke. Vor allem aber wollte Supertramp auch in Freiburg zeigen, dass es tatsächlich allen Grund gibt, mit der Band ihr 40-jähriges Bandjubiläum zu feiern. Das sei freilich ein wenig gemogelt, befanden Kenner der Szene, schließlich habe sich die eigentliche große Zeit der Band nur auf die Jahre 1974 bis 1983 erstreckt. Danach kamen vor allem viele Pausen, Trennungen und viele Rechtsstreitigkeiten.

Von der erfolgreichen Truppe der Siebziger traten in Freiburg nur Bandgründer Rick Davies, Saxofonist John Helliwell und Trommler Bob Siebenberg auf, was unüberhörbar ausfiel. Es fehlt der Band insbesondere Sänger und Gitarrist Roger Hodgson, dessen hohe Stimme die luftigen Hits der Band wie „Give A Little Bit“ oder „It´s Raining Again“ geprägt hat.

Supertramp präsentierte sich in Freiburg über weite Strecken als schwerfälliger Rock-Dinosaurier, die wenig Modernes oder Neues zu bieten hatten. Musikalische Kreativität und Spielfreude wurden nur sehr dosiert eingesetzt. Bei Ticketpreisen von bis zu 90 Euro wäre man streng genommen mit einer „Best Of“ Platte oder einer DVD aus alten Tagen der Band günstiger und vielleicht aus besser bedient gewesen.

Ganter will im Herbst für einen weiteren Höhepunkt sorgen. Bis zum 21. November soll der Umbau der Privatbrauerei abgeschlossen sein und dann das Ergebnis der Modernisierung der Öffentlichkeit mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden. Es gehe aufwärts, berichtete Pressesprecherin Annerose Freier, zu Umsatz und Absatz machte sie jedoch keine Angaben. Sie verriet nur, dass „noch nie so viele Sorten wie derzeit“ produziert werden. Besonders gut verkauft sich das Pils „Freiburger“, wie Geschäftsführer Detlef Frankenberger verriet.

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