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Freiburg Sascha Fiek will für FDP in den Bundestag

Freiburger Stadtrat und Fahrlehrer ist Spitzenkandidat der Liberalen in Südbaden

Sascha Fiek, der neue Chef der südbadischen Liberalen, beim Bezirksparteitag in Trossingen.
Sascha Fiek, der neue Chef der südbadischen Liberalen, beim Bezirksparteitag in Trossingen. | Bild: FDP

Er ist die neue Nummer eins der südbadischen Liberalen: Sascha Fiek wurde am Wochenende vom FDP-Bezirksverband zum neuen Vorsitzenden und zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 gewählt. Jetzt geht es für den Freiburger Fahrlehrer und Stadtrat in die nächste, schwierigere Runde – darum, einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste zu bekommen.

Nicht viele Plätze gelten als sicheres Ticket nach Berlin. „Sieben sind realistisch“, sagte Fiek: „Die Zahlen sind ja nicht mehr ganz so gut wie letztes Mal.“ Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte die FDP erstaunliche 18 Prozent; die Liberalen entsandten 15 Abgeordnete aus ihrem Stammland Baden-Württemberg. Fiek verpasste den Einzug auf dem 16. Platz knapp und wurde erster Nachrücker.

Heute schwächelt die Partei stark. Die Konkurrenz um die aussichtsreichen Landeslistenplätze ist groß, mindestens zehn der jetzigen Abgeordneten treten wieder an, auf den ersten wollen zum Beispiel FDP-Landeschefin Birgit Homburger und Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel kandidieren. Die Landesliste soll am 17. November aufgestellt werden.

„Da hat man's als Newcomer natürlich schwer“, sagte Sascha Fiek. „Ich bin nicht so vermessen zu glauben, dass das ein Spaziergang wird.“ Zumal die Bundestagsabgeordneten bereits über Infrastruktur verfügten und in ihren Wahlkreisen unterwegs seien. Dennoch rechnet sich der 38-Jährige nicht nur Außenseiterchancen aus. Er ist jetzt Chef des Bezirksverbands Südbaden, dem zweitgrößten Verband im Land nach Stuttgart. „Wir erheben den Anspruch: Einen sollten wir schaffen“, sagte Fiek, der auch Beisitzer im Landesvorstand ist. Er ist für den besten Platz gesetzt, den die südbadischen Liberalen ergattern. Die hat 20 Jahre lang der parlamentarische Staatssekretär Ernst Burgbacher angeführt – bis Samstag. Fiek setzte sich in einer Kampfkandidatur gegen Mechthild Wolber (Rottweil) und Jan Sachs (Offenburg) durch. „Das war ein richtiger Krimi“, sagt der Freiburger.

Würde Fiek auch bei der Bundestagswahl 2013 das Rennen machen, wäre er der erste Freiburger FDP-Abgeordnete in Berlin seit 30 Jahren. Manfred Vohrer hatte von 1972 bis 1983 den Wahlkreis vertreten.

Sascha Fiek wurde 1974 geboren. Er studierte Chemie und Deutsch auf Lehramt, stieg in die Fahrschule der Eltern ein, kam vor drei Jahren in den Gemeinderat, wurde schnell Chef und Hoffnungsträger der Freiburger Liberalen. Die Fahrschule will er weiter betreiben, sollte es mit dem Einzug in den Bundestag klappen. Im Wahlkampf geht es seiner Meinung nach zunächst darum, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen und beim Thema Euro klar Stellung zu beziehen. Seine Schwerpunktthemen in Berlin sieht er zudem in der Energie- und Verkehrspolitik – „die Energiewende voranbringen und neue Mobilitätskonzepte“.

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