Freiburg (goe) „Ich freue mich, mal wieder im Audimax zu sein“, begrüßte Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer die Studierenden in dem brechend vollen, besetzten Hörsaal. Das erste Zusammentreffen von Uni-Leitung und studentischen Besetzern am Ort des Geschehens verlief demonstrativ sachlich – auch wenn am Ende nicht alle mit dem Ergebnis zufrieden waren. „Schiewer kann's ja nimmer gehen“, kalauerte ein Transparent im Audimax, doch der Rektor wurde von den Studierenden mit freundlichem Beifall empfangen. Am Vortag hatten sie einen detaillierten Forderungskatalog an das Rektorat übergeben – jetzt wollten sie ihre Meinung bekräftigen und Reaktionen hören.
In seinem Eingangsstatement beschwor Schiewer das „gemeinsame Projekt Universität“. Auch allgemeine Zugeständnisse machte der Rektor: Die Ausgestaltung der neuen Studiengänge Bachelor und Master müsse verbessert werden – sowie auch die Finanzierung der Universität. Beim Thema Studiengebühren nahm Schiewer dagegen eine klare Kontraposition zu den Protestierern ein und blieb auch später trotz vielfachen Nachfragen und Appellen hart: „Die Uni hat zurzeit keine Möglichkeit, darauf zu verzichten.“
Für die anschließende Debatte waren klare Regeln vereinbart worden – drei Statements aus dem Auditorium, eine Antwort vom Rektor -, und so wurde diszipliniert ein Streitpunkt nach dem anderen abgearbeitet: Von Hochschulfinanzierung über studentische Mitbestimmung bis zur Verschulung von Bachelor- und Masterstudiengängen.
Nicht nur der Rektor warb dabei um die Studierenden – auch die Protestierer versuchten, die Universitätsleitung als Verbündete im Kampf für eine bessere Finanzausstattung der Hochschulen zu gewinnen – ein Werben, auf das der Rektor zumindest zurückhaltend einging, indem er konstatierte: „Bei Gesprächen mit der Regierung kann es nur darum gehen, was wir zur bestehenden Grundversorgung noch dazu bekommen.“
Zustimmung erntete Schiewers Ankündigung, sich für die seit 1977 abgeschafften Verfassten Studierendenschaften als Interessenvertretung einzusetzen. Weniger gut kam dagegen an, dass er „wegen der anderen Art der Verantwortung“ auf einer Mehrheit der Professoren in den universitären Gremien bestand. Lebhaft wurde es noch einmal bei der Frage nach der Ausgestaltung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge, die zumindest teilweise in der Verantwortung der Universität liegt. Die „hektisch zusammengeschusterten Studienordnungen“, seien eine „große Verantwortungslosigkeit“, schimpfte eine Studentin. Hier versprach Schiewer eine „Reform der Reform“ unter Mitwirkung der Lernenden.