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Freiburg Plädoyer im Kanzleramt für Plusenergiehäuser

Freiburg – Freiburg Solararchitekt Rolf Disch will die Bundeskanzlerin für seine Idee von Plusenergiehäusern gewinnen. Dafür lässt eine Petition mit fast 5000 Unterschriften im Kanzleramt vorlegen.

Plusenergie-Petition: Gernot Erler wird das Schriftstück von Solararchitekt Rolf Disch (rechts) im Kanzleramt in Berlin übergeben.
Plusenergie-Petition: Gernot Erler wird das Schriftstück von Solararchitekt Rolf Disch (rechts) im Kanzleramt in Berlin übergeben. | Bild: Bild: Zurbonsen

Credo von Disch: Mit diesem Baustandard sparen und erzeugen Bauherren Energie, was dem Umwelt- und Klimaschutz zugute kommt. Erfolgreiche Beispiele dafür stehen in der Freiburg Solarsiedlung.

In der nächsten Woche wird auf dem Schreibtisch von Angela Merkel die Petition aus Freiburg landen. Freiburgs direkt gewählter SPD-Bundestagsabgeordneter und Ex-Außenstaatssekretär Gernot Erler hat zugesagt, die von Solararchitekt Rolf Disch zusammen getragenen Argumente für Plusenergiehäuser, die unter anderem Franz Alt, Ursula Sladek, Volker Finke und Inga Humpe unterzeichnet haben, direkt nach den Pfingstferien persönlich im Kanzleramt und an den zuständigen Bundesbauminister zu übergeben.

Gernot Erler nahm die 144 Seiten umfassende Petition im Heliotrop in Merzhausen entgegen und sprach dabei von einem „gigantischen Potenzial“ für die Einsparung von Energie, das besonders beim Bauen und Wohnen liege. Laut Erler kommt die Plusenergie-Petition zum richtigen Zeitpunkt. Der geplante Atomausstieg biete für mehr Energieeffizienz die besten Voraussetzungen, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete.

Der Solararchitekt wünschte sich jedoch weitere steuerliche Anreize und noch mehr Mittel für die energetische Wohngebäudesanierung. Die energetische Gebäudesanierung müsse von derzeit ein auf mindestens drei Prozent erhöht werden, verlangte Disch.

Dann würden rund sechs Milliarden Euro benötigt, bereit stünden jedoch nur drei Milliarden. Nach seiner Ansicht werden 50 Prozent des gesamten Energiebedarfs in und durch Gebäude verbraucht.

In der Petition „Plusenergie jetzt!“ fordern Disch und fast 5000 Bürger einen schnelleren und vollständigeren Wechsel von fossilen und atomaren Energien zu erneuerbaren Energien. Sie verlangen schnelleres Handeln in Sachen Klima- und Ressourcenschutz. Besonders beim Bauen und Wohnen liegen laut Disch große Chancen auf Einsparung von Energie. Die Gebäude ließen sich sogar zu Kraftwerken umgestalten, so der Solararchitekt, statt Energie zu verschwenden, erzeugten sie dann Überschüsse mit der Kraft der Sonne.

„Wir müssen auf den besten Standard bei Neubau und Sanierung setzen, auf Plusenergie“, forderte Disch, „nur mit dem Plusenergie-Standard wird der Verbrauch auf ein Minimum reduziert und zugleich ein Überschuss an saubere Energie erzeugt, vom Gebäude selbst.“

Unterstützt wird Rolf Disch von Bigi und Franz Alt (Sonnenseite), dem Regisseur Hans W. Geißendörfer, den Schauspielerinnen Renan Demirkan und Irene Fischer, den Politikern Dieter Salomon, Rolf Böhme, Franziska Brantner, Gernot Erler, Boris Palmer, Nils Schmid, den Stromrebellen Ursula und Michael Sladek, dem Sozialwissenschaftler Claus Leggewie, der Verlegerin Antje Kunstmann, den Umweltpreisträgern Franz Daschner und Rainer Grießhammer, den Unternehmern Matthias Willenbacher (Juwi) und Alfred Ritter (Ritter Sport) und weiteren 4 800 Bürgern, die allesamt die Petition für Plusenergie unterschrieben haben.

Mit dem Namen von Rolf Disch kann die Bundeskanzlerin durchaus etwas anfangen. Angela Merkel kennt sogar das Heliotrop von Rolf Disch. Als Bundesumweltministerin unter Kanzler Kohl hat sie es besucht und sich fasziniert von Rolf Dischs Ideen gezeigt. Rolf Disch hat in Freiburg vorbildhaft das Thema Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in die Architektur eingebracht.

Als Musterbeispiele werden seine Solarsiedlung mit 50 Plusenergiehäusern und Solarschiff in Freiburg genannt. Er selbst wohnt seit Jahren in seinem Heliotrop, das sich mit der Sonne dreht und nicht zuletzt dadurch energieautark ist.

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