Freiburg – Die Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Mountainbike, die 38-jährige Sabine Spitz aus Murg-Niederhof, hat einen Stiftungsfonds zur Förderung benachteiligter Mädchen und junger Frauen gegründet und selbst schon 31 000 Euro aus ihrer Privatschatulle eingezahlt. „Zustiftungen sind sehr erwünscht“, sagte die Profi-Mountainbikerin vom Team Central-Ghost-Team, „alle jungen Menschen brauchen faire Chancen, damit sie ihre persönliche und berufliche Zukunft sichern können.“Die Spitzensportlerin sagte in einer Pressekonferenz bei „In Via“ in Freiburg, dass ihr Stiftungsfonds weitere Stifter und Spender benötige, um die notwendige Mädchensozialarbeit voranzubringen.
Sie selbst werde sich dafür auch weiter persönlich engagieren und auch in die Pedale für benachteiligte Frauen treten. Mit ihrem Stiftungsfonds will Sabine Spitz Erträge erwirtschaften, die zur Finanzierung von Schul- und Mountainbike-Projekten in Südbaden verwendet werden sollen. Dazu zählten Vor-Ort-Aktionen in der Gerhard Hauptmann-Schule in Freiburg und in der Gehörlosenschule in Stegen, aber auch Überlegungen für einen permanenten Parcours in Freiburg.
Bereits in den vergangenen Monaten hat die Radlerin Versteigerungen und Mountainbikeprojekte mit und für junge Leute zugunsten des Verbandes durchgeführt. Sie unterschrieb Spendenaufrufe, führte Diskussions- und Gesprächsrunden und absolvierte Trainingseinheiten mit Schülern. „Ich nutze die mediale Plattform, um die Arbeit von In Via nach draußen zu tragen“, erklärte Sabine Spitz. Die Sozialeinrichtung, die zur Caritas gehört und sich seit 101 Jahren für Mädchen und junge Frauen und neuerdings auch für junge Männer stark macht, arbeitet präventiv, vermittelt Praktikumsplätze und auch Medienkompetenz in den Städten Freiburg, Offenburg und Baden-Baden sowie Waldshut.
Ihr ehrenamtliches Engagement für In Via stelle noch keine Vorbereitung auf ihr Leben nach dem Leistungssport dar, versicherte Sabine Spitz. Sie plane, sich zu 100 Prozent auf die Olympischen Spiele 2012 in London zu konzentrieren, erklärte ihr Mann Ralf Schäuble. Es sei auch noch nicht entschieden, ob sie danach endgültig von ihrem Mountainbike absteige. Vielleicht fahre sie auch noch weiter. Andererseits beschäftigt sich Sabine Spitz doch schon mit den Gedanken über ihre Interessen nach dem Leistungssport. Sie könnte sich eine Betätigung in der Entwicklung von Fahrrädern oder im Marketing durchaus vorstellen.
Die Mountainbikerin fungiert seit gut einem Jahr als Botschafterin des katholischen Verbandes für Mädchen- und Frauensozialarbeit „In Via“ in der Erzdiözese Freiburg. „Ich will den jungen Frauen zeigen, dass es sich lohnt, für Werte, Ziele und den eigenen Lebensunterhalt zu kämpfen“, erklärte Sabine Spitze zu ihrem ehrenamtlichen Engagement. Von ihrem Sport habe sie viel fürs Leben gelernt, zum Beispiel Ausdauer, Zähigkeit und auch Beharrlichkeit. Beim Mountainbiking als Individualsportart könne sie sich nicht rausreden, wenn mal etwas nicht klappe oder schief gehe. Dann wisse sie genau, dass „alles auf dem eigenen Mist“ gewachsen sei. Dazu passte die Devise der Verbandsvorsitzenden Barbara Denz aus Freiburg: „Auch auf unebenen Wegen kann man zum Erfolg kommen!“
Der Katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit unterhält in Nord- und Südbaden insgesamt 16 Büros, Schulsozialarbeitsstellen und Mädchen- und Frauentreffs mit 70 hauptamtlichen und 130 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Dieser 1909 gegründete Verband vermittelt jungen Mädchen und jetzt auch Männern Bildungschancen, gibt Starthilfe in den Beruf und leistet ganz praktische Lebenshilfe. Er unterstützt jährlich etwa 20 000 junge Menschen, die in Schulen, in Berufseinstiegs- und Integrationsmaßnahmen neue Chancen erhalten. 40 Prozent der Rat und Hilfe suchenden Frauen verfügen über einen Migrationshintergrund.
Informationen im Internet:
www.invia-freiburg.de