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Freiburg Leitstelle sieht Startprobleme als behoben an

14.09.2012
Freiburg -  Rotes Kreuz, Kreis und Stadt stellen sich anonymer Kritik: Teilweise berechtigt, einige Vorwürfe seien jedoch weit hergeholt

Rot und neu: Die im Juli 2011 gestartete integrierte Leitstelle arbeitet im Neubau der Feuerwache an der Eschholzstraße.  Bild: Schneider

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Bei der im Juli 2011 eröffneten integrierten Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst hat es große technische Startschwierigkeiten gegeben. Das haben Stadtverwaltung, Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald und das Deutsche Rote Kreuz eingeräumt, welche die Einrichtung gemeinsam betreiben. Die Probleme seien aber mittlerweile behoben. Die Betreiber dementierten deswegen heftig, dass Missstände herrschten, wie sie jetzt Insider in einem anonymen Schreiben öffentlich machten.

„Weit hergeholt“ sind für Ralf Götz, den Leiter des DRK-Rettungsdienstes, die im Brief erhobenen Vorwürfe: „Das schädigt das Ansehen von Leitstelle und Rettungsdienst“, so Götz. Die Mitarbeiter seien betroffen. Die Betreiber wollen gegenüber dem Regierungspräsidium ausführlich Stellung nehmen, wie Ralf-Jörg Hohloch, der Chef des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz bei der Stadt Freiburg, und Kreisbrandmeister Axel Widmaier vom Kreis Breisgau-Hochschwarzwald versichern. Nächste Woche will der Bezirksbrandmeister die Betreiber zu einem Gespräch in die Landesbehörde einladen, um die Vorwürfe zu bewerten und zu klären, ob sie berechtigt sind oder nicht.

Die acht DIN-A4-Seiten gingen unter anderem an Ministerien, Krankenkassen und Fernsehsender und führen detailreich eine lange Liste von angeblichen Mängeln bei der Arbeit der Leitstelle auf, die im Neubau der Feuerwache an der Eschholzstraße untergebracht ist. Die 24 Disponenten kommen je zur Hälfte von Feuerwehr und Deutschem Rotem Kreuz, die bis zum Juli im vergangenen Jahr noch getrennte Leitstellen unterhalten hatten. Sie sind zuständig für Freiburg und den Landkreis mit zusammen rund 470 000 Einwohnern. Fast 600 000 Anrufe laufen pro Jahr auf – das sind pro Tag mehr als 1600. Die anonymen Briefschreiber werfen Stadt, Kreis und DRK vor, dass sie die neue Leitstelle im Sommer 2011 zu früh gestartet haben – nach viel zu kurzer Einführungs- und Trainingszeit. Schwierigkeiten mit dem neuen Leitstellen-Computersystem der Firma Siemens hätten zu Überforderung der Disponenten, unbeantworteten Notrufen, fehlerhaften Alarmierungen und Durcheinander geführt.

Probleme mit der neuen Software und der Umstellung werden von den Betreibern nicht bestritten, wohl aber die geschilderten Auswirkungen. „Das System ist hochkomplex“, sagt Branddirektor Hohloch. Allen sei schon vor der Umstellung klar gewesen, dass es anfangs Probleme geben werde, ergänzt Ralf Götz, Leiter des DRK-Rettungsdienstes. Gemeinsam mit Siemens habe man fast alle Fehler beheben können, bestätigt auch Kreisbrandmeister Widmaier. Die integrierte Leitstelle habe aber auch schon unter Beweis gestellt, wie gut sie funktioniert, meint Feuerwehrchef Hohloch mit Verweis auf den Großeinsatz beim Brand des Hotels Bären in Titisee im Dezember. Die Briefeschreiber monieren aber auch fachliche Defizite bei den Disponenten. Dem widersprechen die Betreiber. Bis auf wenige Ausnahmen hätten alle Disponenten der Feuerwehr den Rettungsdienstlehrgang absolviert – und auf der anderen Seite alle DRK-Kollegen die Feuerwehrgrundausbildung. „Bis Ende des Jahres haben alle die Qualifikation“, so Hohloch.