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Freiburg Konzerthaus wird zur Stromtankstelle

Internationale Elektroauto-Rallye „Wave 2012“ macht auf 2674 Kilometer langer Strecke Station in Freiburg

18 Elektromobile aus ganz Europa machen Station am Konzerthaus.
18 Elektromobile aus ganz Europa machen Station am Konzerthaus. | Bild: Schneider

Für Fans von Elektroautos hat es vor dem Konzerthaus ordentlich was zum Gucken gegeben, denn die World Advanced Vehicle Expedition, kurz Wave 2012, machte hier auf ihrem Weg nach Amsterdam einen kurzen Zwischenstopp. 18 Teams aus sechs Ländern hat der Solarpionier Louis Palmer für diese Tour zusammen getrommelt. Die Strecke führt auf 2674 Kilometern von Genua über Bern und Freiburg nach Holland. Die Bandbreite der beteiligten Autos ist beeindruckend. Vom Twike über Kleinwagen und VW-Bus bis hin zum sportlichen Flitzer sind unterschiedlichste Gefährte mit von der Partie.

Vom Balkon des Konzerthauses hängen dicke schwarze Kabel, die auf dem Vorplatz in einem Kabelsalat und zuletzt in den Steckdosen der Autos enden, denn diese brauchen ja alle Strom. „Für die Veranstaltung haben wir das Konzerthaus vorübergehend in eine Stromtankstelle umfunktioniert“, sagt der örtliche Organisator Wolfgang Schwehr von der Freiburger Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM). Um die 18 Autos gleichzeitig laden zu können, musste der Haustechniker zwei 64-Ampère-Anschlüsse vor die Tür legen.

Tour-Direktor Louis Palmer ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. „Wir sind mit 18 Autos losgefahren, und alle sind noch dabei“, sagt er. Größere Pannen gab es bisher keine. „Wieso auch“, sagt er, „diese Technik ist perfekt“. Der Elektromobilist machte bereits 2007 und 2008 weltweit von sich reden. Damals hatte er als Erster die Welt mit einem Solarauto umrundet. „Uns geht es ganz klar darum, Aufmerksamkeit zu erregen und zu zeigen, was mit einem Elektroauto möglich ist, vor allem was die Reichweite angeht“, sagt er.

Denn darin liegt noch immer das Handicap dieser Fahrzeuge. Die teilnehmenden Autos müssen mit einer Füllung aus der Steckdose mindestens 120 Kilometer weit kommen. Tatsächlich schaffen es einige Autos viel weiter. Der Tesla Roadster vom Team Austria's Greensportcar schafft bei gemäßigtem Tempo bis zu 400 Kilometer. „Dafür wurden 6000 Laptop-Akkus in Reihe geschaltet“, erläutert Tour-Organisator Luc Perraudin.

Einen besonderen Auftritt hat das Team von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Dessen Teilnehmer fahren in einem luxuriösen Lotus-Sportwagen vor, den Studenten im Rahmen des Hochschulprojektes „Suncar“ zu einem Elektroauto umgebaut haben. „Mit einem Lotus fällt man natürlich auf“, sagt Teammitglied Roger Staubli. Das ist gewollt, denn auch die Züricher Techniker wollen für die Elektromobilität werben. Der Wagen hat allerdings noch einen anderen Vorteil: „Man kann die Karosserie relativ einfach abnehmen, was den Umbau sehr erleichtert“, sagt Staubli.

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