Vor dem Spiel der Regionalliga Südwest hat es am frühen Samstagnachmittag gegen 13 Uhr eine heftige Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Anhängern des TuS Koblenz und des gastgebenden SC Freiburg gegeben. Nur durch starke Polizeikräfte konnte die Situation geklärt werden.
Nach Darstellung von Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid waren rund 35 Problemfans mit Privatautos aus Koblenz nach Freiburg gereist. Sie parkten ihre Wagen an der Okenstraße in Herdern und fuhren mit der Straßenbahn in Richtung Freiburger Osten, wo sie im Möslestadion das Fußballspiel besuchen wollten. Am „Zentrum Oberwiehre (ZO)“ sollen die Koblenzer laut Polizei vier Freiburger Ultras entdeckt haben. Die Straßenbahn hielt gegen 13 Uhr an der ZO-Haltestelle. Als sich die Türen öffneten, rannten die 35 Koblenzer sofort aus der Bahn, sprangen über die Absperrungen und liefen über die Fahrspur, ohne auf den Verkehr zu achten. „Autos mussten bremsen, die Fahrer hupten“, so ein Augenzeuge, der zum Zeitpunkt des Geschehens gerade an einem Geldautomaten am Zentrum Oberwiehre stand. „Uns allen wurde sehr mulmig“, beschreibt er die Stimmung unter den verdutzten Passanten, die das Geschehen miterlebten. Die Koblenzer hätten alle „zivil“ getragen, es seien keinerlei Fanutensilien zu erkennen gewesen. Die Gäste-Fans rannten auf die Freiburger Fans zu, die angesichts der zahlenmäßigen Übermacht ihrer Angreifer die Flucht ergriffen. Die Hooligans verfolgten die vier SC-Anhänger quer über den großen Platz westlich des ZO, auf dem immer der Bauernmarkt stattfindet. Ob es zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen ist, wird von der Polizei ermittelt.
Schließlich stiegen die Koblenzer wieder in die Straßenbahn der Linie 1 und fuhren zur Endhaltestelle an der Lassbergstraße in Littenweiler. Derweil war die Polizei alarmiert, größere Einheiten waren im Einsatz. Eine Augenzeugin berichtet von zehn Kastenwagen am ZO und 15 an der Lassbergstraße. An der Endhaltestelle wurden die Koblenzer Ultras in Empfang genommen. Die Polizei nahm ihre Personalien auf. Gegen sie werde nun wegen versuchten Landfriedensbruchs ermittelt, so Polizeisprecher Schmid. Gegen die 35 Ultras wurde für den Samstag ein Stadionverbot für das Möslestadion und ein Aufenthaltsverbot für das gesamte Freiburger Stadtgebiet ausgesprochen. Die Polizei organisierte einen Gelenkbus mit dem die Fans zur Okenstraße zurückgefahren wurden. Von dort mussten sie die Stadt verlassen. Auch die vier Freiburger Fans hat die Polizei mittlerweile ermittelt. Sie machten aber gegenüber den Beamten keine Angaben. Deshalb hofft die Polizei auf Zeugen, die sich unter Telefon 0761/882 44 21 oder anonym unter Telefon 0761/412 62 melden sollen.