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31.07.2012  |  0 Kommentare

Freiburg Großmetzgerei unter neuer Regie

Freiburg -  „Das ist das erste Mal, dass wir eine Pressekonferenz machen“. Diese Begrüßung von Guido Wolff wirft ein Licht auf die Bedeutung, die sein Unternehmen, die Ponnath GmbH, seiner jüngsten Akquise zumisst: Ponnath hat die insolvente, 101 Jahre alte Freiburger Großmetzgerei Gruninger gekauft und ist selbst seit 320 Jahren am Markt. Und nun besteht (Er-)Klärungsbedarf.
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Wolff beantwortet eine für Freiburger ganz wichtige Frage: „Wir hätten die Filiale in der Innenstadt weiter betrieben, aber das wurde uns nicht erlaubt.“

Derjenige, der diese Erlaubnis verweigerte, ist der Insolvenzverwalter. „Wir haben als Erstes geprüft, welche Betriebsteile sich nicht tragen, und auf dieser Liste stand die Innenstadtfiliale ganz weit oben“, erklärt Uwe Rottler vom Büro Kaiser und Sozien, das Gruninger in der Insolvenz verwaltet und nun auch glücklich verkauft hat. Ein Weiterbetrieb der Filiale hätte unter Umständen die Rettung des gesamten Betriebs gefährden können, so Rottler. Zu den hohen Mietkosten – der marktübliche Satz in Freiburger 1A-Lagen belief sich im Oktober auf 145 Euro pro Quadratmeter und Monat – seien hohe Personalkosten gekommen, zu denen auch Verwaltungskosten anteilig zuzurechnen seien, die in der Zentrale für die Filiale angefallen sind. Doch nun ist die Filiale endgültig geschlossen und „Ponnath – die Meistermetzger“, so die Firmenbezeichnung, hat es eilig. „Wir haben am Donnerstag die letzten formellen Dinge abgeklärt, am kommenden Mittwoch wird alles, was vordem von Gruninger geliefert und berechnet wurde, von uns übernommen,“ erklärt Guido Wolff den weiteren Ablauf.

Die Gruninger-Produktion an der Blankreutestraße im Hochdorfer Gewerbegebiet soll im Ponnath-Verbund vor allem Schwarzwälder Spezialitäten, Räucherwaren und Rohwurst wie etwa Salami liefern. „Das Schäufele ist gesichert“, so Vertriebsleiter Wollf, „und findet dank uns sogar weitere Verbreitung“. Außerdem sind die Freiburger spezialisiert auf Fertigsalate, die die Gruppe bislang nicht im Angebot hat. „Vorerst wird bei der Produktion alles so weiterlaufen wie bisher“, erklärt Wolff, „wobei natürlich auch das gesamte Sortiment überprüft wird.“

Wie bisher heißt auch, mit den meisten der Produktionsmitarbeitern. Zum 1. August erhielten alle 153 Gruninger-Beschäftigten die Kündigung. 100 werden direkt von Ponnath übernommen, so der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Uwe Hellwig. Für 32 Beschäftigte gibt es eine Beschäftigungsgesellschaft, in der die ehemaligen Gruninger-Leute bis zu acht Monate lang 90 Prozent ihres bisherigen Lohns beziehen. „Die Übrigen mussten den Betrieb verlassen“, so Hellwig. Es galt eine Sozialauswahl.

Die Ponnath GmbH mit Sitz im oberpfälzischen Kemnath, 30 Kilometer östlich von Bayreuth, gehört zu den zehn größten Metzgereien Deutschlands. Michael Ponnath, Jahrgang 1968, führt den Familienbetrieb in der zwölften Generation.

Ponnath beliefert unter eigenem Label oder als jeweilige Handelsmarke alles, was im deutschen und europäischen Lebensmittelhandel Rang und Namen hat, von Aldi bis Harrods.

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