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Freiburg Freiburger Stadtbau mahnt neue Wohnbauflächen an

31.07.2012
Freiburg -  Die Bereitstellung von mehr Bauflächen in Freiburg hat der Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau, Ralf Klausmann, angemahnt. Damit mischte er sich konkret in die aktuelle kommunalpolitische Diskussion über die Verwirklichung eines neuen Stadtteils (beispielsweise Rieselfeld-Nord) mit 5000 Wohnungen ein.

Investment der Stadtbau: Am Eingang zum Musterviertel Vauban verwirklicht die städtische Gesellschaft das über 15 Millionen Euro teure Wohn- und Geschäftshaus „M1“.  Bild: Zurbonsen

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Es fehle an im großen Stil an preiswertem Wohnraum, sagte Klausmann im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz, es herrsche ein großer Mangel an geeigneten Flächen, der nicht mehr allein durch die von der Rathausspitzenbetriebene Nachverdichtung („Innentwicklung“) beseitigt werden könne. „Wir brauchen keine Flächennutzungspläne, sondern dringend neue und mehr Flächen mit Baurecht“, so Klausmann, „sonst werden wir den Zeitpunkt erreichen, an dem Freiburg für viele Bürger nicht mehr bezahlbar ist.“

Die Bevölkerung soll in Freiburg bis 2030 weiter wachsen. Die Einwohnerzahl steige voraussichtlich um weitere 16 000 Bürger, teilte vor wenigen Tagen das Rathaus mit. Das bedeutet nach Einschätzung von Ralf Klausmann, es müssten jedes Jahr ungefähr 1000 neue Wohnungen gebaut werden, um die Nachfrage nach Wohnraum einigermaßen zu decken. Zuletzt sind jährlich nur zwischen 500 und 600 Wohnungen entstanden. Das knappe Angebot vor allem an preisgebundenen Wohnungen führe auf Dauer zu erheblichen Mietpreissteigerungen, die sich viele Menschen nicht mehr leisten könnten. „Die Spirale dreht sich immer weiter nach oben“, so Klausmann. Das werde dazu führen, dass die Leute wieder aufs Land ziehen müssten. Die Gewinner einer solchen Wanderungsbewegung würden laut Klausmann insbesondere Emmendingen, Bad Krozingen und Waldkirch sein. Die Freiburger Stadtbau will diesem Trend entgegen wirken und auch in den kommenden Jahren die vorhandenen Möglichkeiten des Neubaus von geförderten Mietwohnungen voll ausschöpfen.

Insgesamt verwaltet die Stadtbau 10 142 eigene oder fremde Wohneinheiten mit einer Wohnfläche von insgesamt mehr als 500 000 Quadratmeter. Im Vorjahr wurden 139 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von etwa 1000 Quadratmeter fertiggestellt. Der durchschnittliche Mietpreis für eine Wohnung der Freiburger Stadtbau stieg um 2,1 Prozent von 5,49 auf 5,64 Euro je Quadratmeter. Damit lag das Preisniveau für die Durchschnittskaltmiete gut 20 Prozent unter der durchschnittlichen Freiburger Mietspiegelmiete (7,29 Euro pro Quadratmeter). Trotz der Mietpreissteigerung lag die Mieterzufriedenheit bei 85 Prozent.

Die Freiburger Stadtbau hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als 145 Millionen Euro in Instandhaltung, Modernisierung und Sanierung ihres Gebäudebestandes investiert. Allein in 2011 waren es 19,9 Millionen Euro. „Diese konsequente Strategie, die der Werterhaltung der Wohngebäude dient, werden wir in den nächsten zwölf Jahren mit einem Budget von über 190 Millionen Euro weiter verfolgen“, erklärte Geschäftsführer Ralf Klausmann. Neben einer langfristigen Bestandssicherung seien die energetischen Sanierungen ein wirksamer Beitrag zu den anspruchsvollen Klimaschutzzielen Freiburgs.

Die energetische Sanierung ist auch ein wichtiger Beitrag zur Senkung der Mietbelastungen. „Dadurch können wird die Energiekosten um 60 bis 70 Prozent senken und dadurch die Belastungen durch die Nebenkosten eindämmen“, erläuterte Klausmann. Er berichtete am Beispiel der komplett sanierten Hochhäuser in Weingarten, dass dort der energetische Faktor von rund 170 Kilowattstunden je Quadratmeter vor der Sanierung auf 30 bis 40 Kilowattstunden je Quadratmeter nach der Sanierung gesunken sei. Im nächsten Jahr folgt die Generalsanierung des dritten Hochhauses (Bugginger Straße 2) in Weingarten, die mit erheblichen Fördermitteln unterstütz wird. „Die Fördermittel ermöglichen uns, nach der Sanierung einen günstigen Mietpreis zu halten, den Wohnkomfort deutlich zu erhöhen und so die soziale Durchmischung in den Quartieren sicherzustellen“, so der Stadtbauchef.

Zur Stadtbau-Verbund gehören die Freiburger Stadtbau (FSB), die Freiburger Kommunalbauten (FKB) sowie die Regio Bäder (RBG). Alle drei Unternehmen blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück. Der Bilanzgewinn in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro (2010: 2,1 Millionen Euro) wird in den Neubau, die Sanierung und Instandhaltung von Mietwohnungen investiert. Der Umsatz der FSB betrug 52,5 Millionen Euro (2010: 55,8 Millionen Euro).