Freiburg Chancen auf Tempo 30 an B 31

Freiburg (jo) Das wird doch nie im Leben genehmigt, dachten alle. Doch von wegen.

Nach Informationen dieser Zeitung stehen die Chancen gut, dass das Regierungspräsidium (RP) das vom Freiburger Gemeinderat gewünschte nächtliche Tempo 30 innerstädtisch auf der Bundesstraße 31 erlaubt. Die Entscheidung wird demnächst fallen, was wiederum heißt: Noch vor den Sommerferien könnte das Tempolimit eingeführt werden.

Es geht um die rund 1,5 Kilometer lange Strecke der B 31-Stadtdurchfahrt zwischen Kronenbrücke und Schützenalleetunnel in beiden Fahrtrichtungen. Nachts zwischen 22 und 6 Uhr soll hier das Tempo gedrosselt werden. Nun war zu erfahren, dass die zuständigen Fachabteilungen im Regierungspräsidium die Geschwindigkeitsbegrenzung befürworten. Das wäre für die Stadt Freiburg und ihr Vorhaben mehr als die halbe Miete.

Entscheidung fällt demnächst

In der Landesbehörde will man diese Information nicht bestätigen: „Die Entscheidung ist auf dem Weg und wird demnächst fallen“, sagt Regierungspräsidium-Pressesprecher Joachim Müller-Bremberger. Das letzte Wort liege bei Regierungspräsident Julian Würtenberger. Die Behörde hatte jüngst von der Stadt Unterlagen nachgeordert. In der ersten Maiwoche, so heißt es, werde das entscheidende Gespräch stattfinden.

Der Gemeinderat hatte das Tempolimit im Dezember mit großer Mehrheit beschlossen. Tempo 30 entlang der Dreisam – der spektakulärste Aspekt eines großen Lärmaktionsplans für die ganze Stadt. Experten sahen zunächst wenig Chancen, dass Stadtparlament und Verwaltung mit ihrem Vorstoß durchkommen. Wenn dies nun tatsächlich gelingen sollte, darf das als kleine Sensation gelten.

„Wir wissen noch nichts“, erklärte gestern der Erste Bürgermeister Otto Neideck. Falls demnächst grünes Licht aus dem Basler Hof kommen sollte, könnte die Stadt binnen sechs bis acht Wochen die neue Regelungen umsetzen, schätzt Neideck.

Anwohner hoffen auf Tempolimit

Die Anwohner an der B 31 setzen auf das Tempolimit, das den Lärm reduzieren soll. „Wir hoffen, dass die Stadt dann auch in Starenkästen für die Radarkontrolle investiert“, sagt Anwohner Kurt Höllwarth aus der Dreisamstraße. Ohne Kontrolle sei das Tempolimit nicht viel wert. Höllwarth will noch mehr: „Tempo 30 tagsüber, auch das geht.“ Derzeit ist wegen der Baustelle am Dreisamufer die Geschwindigkeit reduziert – es käme zu keinen Staus, nicht einmal auf der Laster-Umleitungsstrecke quer durch die Stadt.

Auch Grünen-Stadtrat Helmut Thoma arbeitet an einem neuen Antrag, gemeinsam mit anderen Fraktionen: „Das nächtliche Tempolimit kann nur der Anfang, nicht aber das Ende sein“, sagt Thoma, Vater des nächtlichen Tempo 30. Geprüft werden soll eine Lkw-Maut für die B 31 und ein Lkw-Nachtfahrverbot.

Der CDU gehen solche Ideen jedoch zu weit, so Stadtrat Daniel Sander. Er will sich lieber für regelmäßige Tempokontrollen und eine stringente grüne Welle einsetzen.

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