Freiburg Beim Jogging Zug überhört
01.03.2011
Es war nicht der erste Fall in Freiburg, bei dem ein Mensch mit Musik auf den Ohren in den Tod gelaufen ist. Im Oktober 2009 wurde eine junge Frau mit Kopfhörern tödlich verletzt, die die Straßenbahngleise beim Betzenhauser Tor überquerte und unter die herannahende Tram geriet. Die Polizei warnte die Verkehrsteilnehmer erneut ausdrücklich vor „Ablenkungen im Straßenverkehr“. Es sei alles verboten, was die Aufmerksamkeit beeinträchtigte, betonte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid.
Der aus dem Saarland stammende Abfallfachmann, der Bauingenieurwesen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen studierte und danach beim Wasserwirtschaftsamt Freiburg und Lörrach sowie im Umweltschutzamt der Stadt Freiburg arbeitete, hat maßgeblich an der Lösung der Müllbeseitigung in Stadt- und Landkreis mitgewirkt. Er fungierte zwischen 1996 und 2010 als technischer Leiter der Abfallwirtschaft des Landkreises, der 2005 eine Verbrennungsanlage im Gewerbepark Breisgau verwirklichte.
Zum 1. Januar 2011 hatte Fremgen seinen Beamtenstatus als Kreisbaudirektor aufgegeben und sich selbständig gemacht. Er gründete das Unternehmen „Vistor GmbH“ gegründet, das Wärme und Schlacke aus der Müllverbrennung verkaufte. Kurz vor der Jahreswende hatte er deshalb für mehrere Millionen Euro die Anteile des Landkreises und von Eon Energy from Waste (EEW) an der gemeinsamen Schlackeverwertung Breisgau GmbH (SVB) mit Sitz im Gewerbepark Breisgau gekauft. Fremgen war verheiratet und Vater einer sechsjährigen Tochter.