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Biokraftwerk jetzt mit Herzstück

11.08.2012
 -  Mitte 2013 soll das neue Biomasse-Kraftwerk, des Baselbieter Energieversorgers EBM in St.

Das Saint-Louiser Biomasse-Kraftwerk macht einen großen Baufortschritt.  Bild: MAHRO

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Louis in Betrieb gehen. Im März wurde der Grundstein gelegt und nun das Herzstück, der mehr als hundert Tonnen schwere Heizkessel, aus Finnland geliefert. Rund 50 000 Tonnen Biomasse wird die Anlage pro Jahr verbrennen, wobei besonderer Wert auf möglichst aus der nahen Umgebung anlieferbares Material gelegt wird. So sollen unter anderem die im Elsass massenweise anfallenden Maishackschnitzel verfeuert werden.

Die Technik kommt in Frankreich erst zum zweiten Mal zum Einsatz, wobei die Anlage im Südelsass als bisher größte ihrer Art konzipiert ist. Es wird dabei nicht, wie sonst üblich, mit einer Art Grillrost gearbeitet, erklärt Hervé Lamorlette, Direktor der französischen Niederlassung „EBM Thermique SA“. Den Boden des Kessels bedeckt stattdessen eine glühende Sandschicht, was das Verfeuern verschiedenster Materialien erlaubt. Die Anlage soll nach Angaben des Herstellers überdies weniger wartungsintensiv sein als die übliche Technik und 8260 Stunden pro Jahr anstelle von 8000 Stunden arbeiten können. Zusätzlich erwarten die Betreiber einen höheren Energieertrag. Mit einer Nutzleistung von 27,3 Megawatt wird die Anlage nach ihrer Inbetriebnahme über das städtische Fernwärmenetz sowohl Heizung und Warmwasser für 3000 Haushalte, als auch 27 000 Megawattstunden elektrische Energie liefern, was dem durchschnittlichen Bedarf von 10 000 Haushalten entspricht.

Mit der 1897 im Kanton Basel-Land gegründeten EBM (Elektra Birseck Münchenstein), die heute in der Nordwestschweiz und im Elsass mehr als 220 000 Menschen mit Strom versorgt sowie, und das zum Teil auch hierzulande, über 150 Anlagen zur Nah- und Fernwärmeversorgung betreibt, hatte die Stadt St. Louis im Juni 2011 vertraglich die Übernahme des bisher von einem französischen Versorger betriebenen Fernwärmenetzes vereinbart. Insgesamt 22 Millionen Euro werden in die neue Anlage investiert, die gegenüber der Feuerwache entsteht, und – für das Elsass bezeichnend – derzeit von hohen Maisfeldern umwogt ist. Die Anlieferung des Heizkessels, der in mehrere Teile zerlegt teils auf dem See-, teils auf dem Landweg zunächst 3000 Kilometer von seinem Herstellungsort zurücklegen musste, bedeutet für das Projekt den wichtigsten Meilenstein und markiert zudem von der Vertragsunterzeichnung bis zur geplanten Inbetriebnahme die Projekthalbzeit.