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Im Prozess um den Ekelfleisch-Skandal von Illertissen hat der ehemalige Geschäftsführer der Tochterfirma in Deggendorf die Lagerung von Schlachtabfällen in dem schwäbischen Kühlhaus bestätigt.
Er sagte als Zeuge am Dienstag vor dem Landgericht Memmingen, das sogenannte K3-Material aus Dänemark sei dort zwischengelagert worden, um später nach Deggendorf gebracht zu werden. „Das war logistisch sinnvoll“, sagte der 43-Jährige. Er könne sich aber nicht erinnern, ob das gesamte Material auch tatsächlich dorthin kam. Zu Aussagen eines ehemaligen Mitarbeiters der Deggendorfer Firma, wonach in Niederbayern Ware nachträglich falsch eingebucht wurde, sagte der Zeuge: „Das ist mir nicht bekannt.“

Auf der Anklagebank sitzt der ehemalige Geschäftsführer des Kühlhaus-Unternehmens in Illertissen im Landkreis Neu-Ulm. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-Jährigen Betrug in 15 Fällen vor. Er soll im Jahr 2004 mehr als 300 Tonnen zum Genuss untaugliches Fleisch umdeklariert, an Lebensmittelfirmen im Ausland verkauft und dadurch rund 225 000 Euro kassiert haben. Bei dem minderwertigen Fleisch handelte es sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft um Fleischabfälle aus Dänemark, die nur zu Tierfutter hätten verarbeitet werden dürfen. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Der ehemalige Chef aus Deggendorf, dessen Firma eine Zulassung für die Verarbeitung von K3-Material hatte, sagte, das aus Dänemark gelieferte Fleisch habe niemals zu lebensmitteltauglicher Ware verarbeitet werden können. Er sprach von einer „chemischen Keule“, da es sich dabei um Fleisch mit „hoher Bakterienanhaftungen“ gehandelt habe.

In dem niederbayerischen Betrieb war 2005 der erste große Fleischskandal in Bayern aufgedeckt worden. Im darauffolgenden Jahr war der Firmenchef vom Landgericht Memmingen wegen illegaler Umetikettierung von 750 Tonnen Schlachtabfällen zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Inzwischen ist der Verurteilte, der jetzt als Zeuge gehört worden war, unter Bewährungsauflagen wieder auf freien Fuß. Der Prozess soll am 24. November fortgesetzt werden. Ein Urteil wird im Dezember erwartet.
Bei keinem Lebensmittel
wird so viel gepfuscht wie beim Fleisch – jede vierte Probe wird von den ...
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