Der zunächst unbekannte Erpresser meldete sich laut Polizeibericht am 7. Juli erstmals telefonisch in der Gaststätte und forderte einen sechsstelligen Geldbetrag vom Betreiber. In den Folgetagen gingen mehrere Anrufe des unbekannten Mannes ein, in denen er seine Forderungen wiederholte.
In der Nacht zum Samstag, 9. Juli, wurde der Gastwirt aufgefordert, die Geldsumme einem Verwandten zu übergeben und diesen mit einem Auto loszuschicken. Auf der Rückfahrt von München wurde der Geldbote wegen dringenden Tatverdachts durch Spezialeinsatzkräfte festgenommen. Am Tag darauf konnte ein Mittäter ebenfalls von einer Spezialeinheit im Münchner Stadtgebiet festgenommen werden.
Die beiden Beschuldigten wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten dem Haftrichter beim Amtsgericht in Kempten vorgeführt. Gegen beide Personen wurde Haftbefehl erlassen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 38-jährigen Mann aus dem nördlichen Ostallgäu und einen 36-jährigen Mann aus München. Die Beschuldigten haben sich nur teilweise zu den Schuldvorwürfen bei der Polizei geäußert.
Ende Juli ging beim betroffenen Gastwirt nach über drei Wochen Pause ein weiterer Anruf des Erpressers ein, wie die Polizei weiter berichtet. Darin wurde erneut die Bezahlung des noch ausstehenden Geldbetrages gefordert. Der Anrufer wurde an der Stimme eindeutig als die Person erkannt, die bereits die ersten Erpresseranrufe getätigt hatte. Die polizeilichen Ermittlungs- und Auswertungsmaßnahmen in Kaufbeuren und München ergaben einen dringenden Tatverdacht gegen einen Mann aus München. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen den 23-jährigen Tatverdächtigen. Der Mann wurde am Mittwoch in München festgenommen und am Donnerstag dem Haftrichter in Kempten vorgeführt. Der Haftbefehl wurde aufrechterhalten. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Kaufbeuren dauern weiter an.