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Wilhelmsdorf Preis für Zieglersche

02.08.2011


Wilhelmsdorf – Ein Projekt der Behindertenhilfe der Zieglerschen ist mit einem dritten Preis der Deutschen Heilpädagogischen Gesellschaft (DHG) ausgezeichnet worden. Die DHG engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für Menschen mit geistiger Behinderung und herausfordernden Verhaltensweisen, insbesondere für die Verbesserung ihrer Lebensqualität und ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.

Seit 2008 schreibt sie jedes Jahr den DHG-Preis aus. In diesem Jahr stand er unter dem Motto: „Teilhabe ist unteilbar“.

Im Oktober 2009 hatte die Behindertenhilfe der Zieglerschen ihr deutschlandweit einmaliges Projekt „Gu(c)k hin“ zur gebärdenunterstützten Kommunikation in den Gemeinden Wilhelmsdorf und Horgenzell gestartet. Mehr als 50 Kooperationspartner konnten für die Idee eines neuen Kommunikationssystems gewonnen werden, das zur Integration von Menschen mit Hör-Sprach- und zusätzlicher geistiger Behinderung beitragen soll. An über 50 Geschäftsräumen und öffentlichen Einrichtungen in Wilhelmsdorf und Horgenzell wurden Schilder in Gebärdensprache angebracht, die gemeinsam mit einem darauf abgestimmten Kartenfächer ermöglichen, dass Menschen mit Hör-Sprachbehinderung sich selbständig in der Gemeinde orientieren und aktiv am Leben teilhaben können.

Der Preis der Heilpädagogischen Gesellschaft würdigt Projekte, die die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit geistiger Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf in unterschiedlichen Lebensbereichen erweitert oder erschlossen haben. „Das Projekt ‚Gu(c)k hin‘ ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg“, sagte die DHG-Vereinsvorsitzende Monika Seifert aus Berlin in ihrer Laudatio. Denn es beseitige Barrieren, mit denen Menschen mit Hör-Sprachbehinderung täglich konfrontiert werden und eröffne ihnen die Chance, die Angebote im eigenen Wohnumfeld selbstständiger als bisher zu nutzen. Es biete Gelegenheiten, mit Menschen in Austausch zu treten, die nicht zu ihrem engen Freundes-, Verwandten- und Bekanntenkreis gehörten.

Auch für Menschen ohne Behinderung sei das Projekt ein Gewinn. Monika Seifert zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl der Kooperationspartner, die die Umsetzung des Projekts unterstützten und lobte, dass die Zieglerschen mit ihrem Projekt ein wichtiges Anliegen der UN-Behindertenrechtskonvention erfüllten. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist seit zwei Jahren für Deutschland verbindliche Rechtsgrundlage. Sie fordert Inklusion sowie Partizipation, das bedeutet das selbstverständliche Dazugehören von Menschen mit Behinderung, in allen Lebensbereichen.

Willi Hiesinger, Kaufmännischer Geschäftsführer der Behindertenhilfe, dankte allen Kooperationspartnern, die dieses Projekt ermöglicht haben. Er dankte insbesondere auch den Gewerbetreibenden für ihr Verständnis und ihre Toleranz im Miteinander mit Menschen mit Behinderung.

Flott musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Gruppe „Freches Blech“ vom Zußdorfer Kinderheim St. Johann und die Rotachtaler der Zieglerschen Behindertenhilfe.

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