Mein


Der Grundstein für die Malwerkstatt wurde 1985 gelegt. Künstlerin Christine Fausel gestaltete zusammen mit einer Gruppe erwachsener Menschen mit geistiger Behinderung eine Gedenktafel für 18 durch den Massenmord der Nazis umgekommene Heimbewohner.

Die dabei entdeckten vielfältigen Möglichkeiten des malerischen Ausdrucks der einzelnen Betreuten motivierten die Künstlerin zur Gründung eines „Malertreffens“. Seit dieser Zeit begegnen sich die Künstler regelmäßig zum Gestalten eines malerischen Ereignisses. „Wir bieten Material und Hilfestellung und ermöglichen Gestaltungsräume“, sagt Silke Leopold, Kunsttherapeutin, Kreativpädagogin, freie Künstlerin und Leiterin der Malwerkstatt der Behindertenhilfe. „Jeder Künstler entscheidet selbst, welches Thema er wann und in welcher Technik bearbeitet. Die große und kleine Bildwelt schafft sich jeder selbst. Und manchmal wird der Pinsel zum Sprachrohr für fehlende Worte, die gestalterische Freiheit zum wichtigen Ort der Selbstbestimmung.“

Gearbeitet wird jeden Samstag in der alten Hofmannschule in Wilhelmsdorf von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr und zu Projektwochen. Die Künstler der Malwerkstatt bereiten eigene Ausstellungen vor, kooperieren mit anderen Künstlergruppen, beteiligten sich an externen Ausschreibungen diverser Interessengemeinschaften und haben mit ihren Werken schon viele Preise gewonnen. Zahlreiche Kunstwerke können auch käuflich erworben werden und hängen in Arztpraxen, Büros und anderen öffentlichen Räumen. (ght)

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