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18.09.2012  |  von Sandra Häusler  |  0 Kommentare

Wald Kiesabbau: Bürger votieren gegen Entlastungsspange

Wald -  Knappe Entscheidung bei Bürgerversammlung

Wie sehr die Bürger das Thema „Kiesabbau“ und die geplante Entlastungsspange Glashütte bewegt, zeigte die große Anzahl der Anwesenden bei der Bürgerversammlung.  Bild: Häusler

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Wie sehr der Kiesabbau und die geplante „Entlastungsspange Glashütte“ die Bürger der Ortsteile Glashütte und Kappel bewegt, zeigte die enorme Anzahl von etwa 60 Anwesenden bei der Bürgerversammlung am Freitag im Gemeindehaus Kappel. Neben den Bürgern waren auch Gemeinderäte, Bürgermeister Werner Müller und Mitglieder der Interessengemeinschaft „Gegen weitere Kiesabbauflächen“ aus Göggingen gekommen. Sogar eine Tür wurde ausgehängt, denn die Bürger standen bis in den Gang hinaus.

„So voll war es noch nie hier drin“, sagte Ortsvorsteher Eugen Krall. „Wir wollen die Meinung der Glashütter und Kappeler hören“, wies Krall darauf hin, dass nur Bürger aus diesen Ortsteilen in der Versammlung Sprech- und Abstimmungsrecht hätten. Den Beschluss, eine Bürgerversammlung einzuberufen, hatte der Ortschaftsrat Glashütte-Kappel im Juli gefasst. Ortschaftsrat Berthold Schlachter stellte die Pläne von Valet & Ott vor. Er wies darauf hin, dass durch die Entlastungsspange nur die Kiesfahrten von Valet & Ott entfallen würden, die anderen Lastwagen, zum Beispiel von der Firma Steidle, würden weiterhin durch Glashütte fahren. Schlachter wies zudem auf die Gefahr im Kreuzungsbereich hin: Durch die Spange seien Oberkappel und Wald stärker belastet, argumentierte er und stellte die Forderung nach ausreichend Fläche für Lärmschutz und einer Bestätigung von Valet & Ott, dass dann keine Lastwagen mehr durch Glashütte fahren. „Da kommt noch einiges auf uns zu“, wies er auf das künftig geplante Kiesabbaugebiet hin, das nahe an Glashütte herankomme.

Bürgermeister Werner Müller bezeichnete die Entlastungsspange als „Win-Win-Situation“. Durch die Entlastungsspange spare die Kiesfirma Zeit und Kilometer, den Bürgern in Glashütte könnten dadurch rund 6500 Lastwagen-Fahrten pro Jahr erspart werden, das sei heruntergerechnet alle drei Minuten ein Lastwagen. Für ein Verkehrskonzept sieht der Bürgermeister wenig Bereitschaft von Seiten des Regierungspräsidiums und Regionalverbandes und keine Chance für ein überregionales Abbaukonzept.

Viele Bürger fühlen sich durch den frühen Arbeitsbeginn und Lärm belästigt. Bereits ab 4.30 Uhr werden die Lastwagen beladen und sind dann unterwegs, erklärten sie. Keine Chance sah der Bürgermeister, am Arbeitsbeginn etwas ändern zu können. Eine solche Klausel sei nicht in den Genehmigungen enthalten. Thomas Loch sprach sich für Verkehrsinseln am Ortsbeginn aus, damit die Lastwagen langsamer fahren.

Die Firma Valet & Ott sei weit davon entfernt, der Bevölkerung einen Schritt entgegenzukommen, monierte Joachim Kille. „Für uns sind die Zustände nicht mehr tragbar. Der Lärm ist extrem geworden“, argumentierte Robert Schlachter, „Die machen Geld auf unsere Kosten!“ Vor etlichen Jahren hatte der Ortschaftsrat eine geplante Umgehungsstraße der Firma Steidle abgelehnt, erinnerte Petra Dippel. „Kann das eine Gemeinde überhaupt entscheiden?“ fragte Regina Kille, denn die Entlastung für Glashütte bringt eine Mehrbelastung für Oberkappel, Wald und Sentenhart mit sich. Die Entwicklung anhand der vielen Abbaugebiete sei nicht absehbar, merkte Ortschaftsrat Manfred Hänsler junior an.

Emotional wurde es bei der Frage, ob nur Glashütter Bürger oder die Bürger aus Glashütte und Kappel abstimmen dürfen. Glashütte und Kappel gehören zusammen, haben einen gemeinsamen Ortschaftsrat und Ortschaftsverwaltung, deshalb dürfen die Bürger beider Ortschaften abstimmen, sprach der Ortsvorsteher nach einer Diskussion das Machtwort. 20 Hände gingen für die geplante Kiesentlastungsstraße in die Höhe, 22 gegen die Straße. Der Ortschaftsrat fasste später mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung wegen Befangenheit die Entscheidung, das Votum der Bevölkerung zu akzeptieren und die Empfehlung so dem Gemeinderat für die heutige Sitzung weiterzugeben.

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