„Schauen, anfassen, staunen“ hieß es am Wochenende beim Tag der offenen Töpferei in der Keramikwerkstatt von Asghar Khoshnavaz in Wald. Zum siebten Mal öffneten deutschlandweit Keramiker die Türen ihrer Werkstätten, Ateliers und Studios und boten den Besuchern die Möglichkeit, das alte Handwerk der Keramik kennenzulernen.
Seit 1989 ist Asghar Khoshnavaz freischaffender Keramikkünstler und nahm nun erstmals an der Aktion „Tag der offenen Töpferei“ teil. Der Besucherandrang war enorm und spiegelte das große Interesse aller Altersgruppen wider. „Eine wunderbare Idee“, fand Johannes Linnartz, der extra aus Radolfzell nach Wald gekommen war.
An beiden Tagen führte Asghar Khoshnavaz die in Japan entwickelte Raku-Brenntechnik vor, durch die das typische Krakelee der Raku-Keramik entsteht. „Raku ist Risikotöpfern“, erklärte der Keramikkünstler den zahlreichen umstehenden Zuschauern. Die Gefäße brennt Asghar Khoshnavaz bei 950 bis 1000 Grad Celsius, entnimmt sie noch rotglühend mit einer Zange dem Ofen und bettet sie luftdicht in Behälter mit Sägemehl.
Die Laudatio zur Eröffnung am Samstag hielt Günter Graf aus Owingen. Dorle Ferber umrahmte sie musikalisch. Graf griff in der Laudatio das Motto „Schauen, anfassen, staunen“ auf und bezeichnete Raku nicht als Technik, sondern als Lebenshaltung. „Raku bedeutet Risiko. Sie bedeutet auch, den Zufall zulassen, das Nichtgeplante, das Überraschende“, erläuterte Graf.
Der gebürtige Iraner Asghar Khoshnavaz hat in Wald ein Gesamtkunstwerk aus Werkstatt, Ausstellung im Haus und Garten geschaffen. Am Tag der offenen Töpferei lud neben der Raku-Vorführung ein Rahmenprogramm zum Verweilen ein. „Naht wirklich die Frühlingszeit?“, drückte die Tänzerin Binah Mo bei ihren Darbietungen aus. Felizitas Deffner präsentierte Schmuck aus eigener Fertigung. Asghars Ehefrau Eiko Khoshnavaz trug eigene Haiku, eine japanische Gedichtform, vor. Das Künstlerpaar lud zum gemütlichen Teetrinken ins Haus ein und Maria Grimm erzählte Märchen.
