Eine SÜDKURIER-Anfrage bei der Volksbank Ebingen auf Herstellung eines Kontakts mit Volksbank-Vorstand Bihler brachte kein Resultat.
Laut seitens der Volksbank Ebingen nicht bestätigten Medienberichten sollen die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Bankchef und Aufsichtsratsmitgliedern indessen so groß sein, dass Bihler seinen Posten entweder schon aufgegeben hat oder diesen Schritt beabsichtigt.
Diese Entwicklung wäre indessen auch für Insider des Geldhauses völlig überraschend. Noch in der Vorwoche schien Beobachtern nach der Bilanzpressekonferenz und der Vertreterversammlung bei der Volksbank Ebingen bankintern alles in Ordnung zu sein. Nichts deutete auf Verstimmungen in der Vorstandsetage der Volksbank Ebingen hin.
Ein fachkundiger Besucher der Vertreterversammlung bestätigt das im SÜDKURIER-Gespräch: „Es gab keinerlei Anhaltspunkte für eine wie auch immer geartete Problemsituation. Auch bei den Gesprächen am Rande der Veranstaltung hörte ich keine entsprechenden Andeutungen oder Gerüchte.“
Vorstandskollege Robert Kling bestätigte dem SÜDKURIER gegenüber nur, dass Stefan Oliver Bihler im Moment erkrankt sei. Entsprechende Medienberichte, nach denen Bihler beabsichtige, seine Position aufzugeben, konnte Kling gestern auf Anfrage „nicht nachvollziehen.“
Ein Rückblick: Stefan Oliver Bihler hat seine Tätigkeit bei der Ebinger Volksbank zum 1. März 2009 aufgenommen. Der 48 Jahre alte gebürtige Freudenstädter ist ausgebildeter Bankkaufmann, Sparkassenfachwirt und Sparkassenbetriebswirt. Vor dem Wechsel nach Albstadt war Bihler Vorstandsmitglied der Städtischen Sparkasse im hessischen Offenbach. Zuvor hatte sich Bihler bei der Kreissparkasse Calw vom Kreditsachbearbeiter über den Abteilungsleiter bis zum stellvertretenden Vorstandsmitglied hochgearbeitet. Seit Beginn 2012 ist Bihler einer der Sprecher der acht Volks- und Raiffeisenbanken im Zollernalbkreis. Privat engagiert sich der Banker sozial unter anderem bei den Rotariern. 2009 waren die Chefposten bei der von einer Krise gekennzeichneten Ebinger Volksbank heiß begehrt. Die damaligen Schwierigkeiten sind, so betonten Bihler und Kling in der Vorwoche bei ihrer Jahrespressekonferenz, im Großen und Ganzen überwunden. Bei der Vorstellung von Bihler und seinem Vorstandskollegen Robert Kling im März 2009 sagte der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Arnulf Hermann, dass sich rund 100 Bankmanager um die Führung des Ebinger Geldhauses beworben hätten. Die Volksbank Ebingen sei an einer langfristigen und nachhaltig positiven Entwicklung interessiert. Hermann erklärte damals: „Was nützt uns ein Überflieger, der uns nur als Sprungbrett auf seiner Karriereleiter sieht?“
