. – „Auf dem Weg zu neuen Ufern“: So könnte man die Situation des Schulzentrums Stetten am kalten Markt kurz vor Beginn des neuen Schuljahres umschreiben. In der kommenden Woche fällt der Startschuss für die neue Gemeinschafsschule. Gemeinsam mit 41 weiteren Schulen im Land gehört das Stettener Schulzentrum damit zu „den Speerspitzen modernster Schulpolitik“, wie es aus dem Kultusministerium heißt. Bei Eltern und Schülern stößt die neue Schulform ganz offensichtlich auf fruchtbaren Boden. Denn mit 50 Anmeldungen für die neuen Lerngruppen sind es weit mehr Schülerinnen und Schüler geworden, als die Verantwortlichen gerechnet hatten. Auch etliche Schüler aus dem Bereich des Donautals werden künftig nach Stetten kommen.
Rektor Hans-Jörg Kraus zeigt sich in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER erfreut, dass „unsere Erwartungen damit deutlich übertroffen wurden“ und führt dies unter anderem darauf zurück, dass „viele Eltern – trotz einer gewissen Skepsis – neugierig auf die neue Schulform“ seien und diese „als Chance begreifen, ihr Kind so lange wie möglich vor Ort unterrichten zu lassen“. Allerdings räumt er auch ein, dass die beiden Lerngruppen mit je 25 Schülern damit „doch ziemlich groß“ seien, da der Klassenteiler weiter bei 28 Schülern liege. Dessen ungeachtet gehe man die Sache mit viel Elan an und habe sich in den letzten Monaten intensiv darauf vorbereitet: „Das Engagement im Kollegium war überaus bemerkenswert“, verweist der erfahrene Pädagoge „auf viele freiwillige Überstunden, die da geleistet wurden“.
Nachdem der Einstieg in die neue Schulform sukzessive erfolge, seien anfangs rund zwölf „Lernbegleiter“ (Lehrerinnen und Lehrer; allesamt freiwillig) in das Konzept eingebunden, wobei Katja Klaiber und Franziska Gulde als „Lerngruppenbegleiter“ die frühere Funktion der Klassenlehrer wahrnehmen. Hinzu käme das neue „Coaching-System“, nachdem jedem Schüler ein sogenannter „Coach“ zu Seite gestellt würde, „der ihn im Idealfall sein ganzes Schulleben lang begleitet“, und diesem in allen schulischen Belangen mit Rat und Tat zur Seite stehe. Jeder Coach sei für ungefähr acht bis zehn Schüler zuständig.
Dass auch die baulichen Voraussetzungen in den Sommerferien wie geplant umgesetzt werden konnten, zeigt ein Rundgang durch die neuen Lernstudios: „Von Seiten des Schulträgers wird in dieser Hinsicht alles möglich gemacht, was erdenklich ist“, freut sich Rektor Hans-Jörg Kraus „über die großzügige Förderung des Bildungswesens durch die Gemeinde“ und zeigt die gelungene Neugestaltung der künftigen Lernstudios. Bekanntlich hat die Gemeinde viel Geld in die Hand genommen, um der neuen Schulform einen guten Start zu verschaffen. Um das individuelle Lernen der einzelnen Schüler zu fördern, wurde die bisherige Mediathek zu sogenannten „Lernstudios“ mit entsprechenden Gruppen-, Steh- und Sitzarbeitsplätzen umgebaut. Zum Entspannen wurde für die Schülerinnen und Schüler im früheren Gruppenraum eine sogenannte „Chill-Out-Lounge“ eingerichtet, in der sie bei Bedarf auf gemütlichen Sofas zwischendurch mal abhängen und relaxen können.
„Nahezu alle Arbeiten konnten in den Ferien abgeschlossen werden, lediglich die Installation einiger Computer steht in der kommenden Woche noch an“, ist Kraus sehr zufrieden, „dass alles so gut geklappt hat“, was nicht zuletzt an der Unterstützung von Seiten des Schulamtes lag: „Von Anfang an hat uns das Schulamt auf unserem neuen Weg intensiv begleitet und unterstützt“, so der Schulleiter.
Einem positiven Start in die neue Bildungszukunft steht damit wohl nicht mehr viel im Wege, zumal die neue Gemeinschaftsschule dazu beiträgt, den Schulstandort Stetten a.k.M. zu stärken: „Aufgrund der rückgehenden Schülerzahlen wäre unsere Hauptschule wohl sehr schnell weggebrochen und wir hätten vermutlich eine bald nur noch ein Schulzentrum mit einer Grund- und einer Realschule gehabt, mehr nicht“, formuliert es Rektor Hans-Jörg Kraus: „Da sieht die jetzige Entwicklung doch deutlich positiver aus“.
