Auf ein Wort mit… Lena Feig aus Gutenstein, die nach ihrem Abitur neun Monate im Kinderdorf des Hilfsprojekts „Mariphil“ auf den Philippinen tätig ist.
Frau Feig, wie kamen Sie auf die Idee, sich bei Mariphil um eine Praktikantenstelle zu bewerben?
Ich bin Gutensteinerin und kenne Martin Riester, den Vorsitzenden von Mariphil, und die Arbeit der Hilfsorganisation schon seit ich Kind war. Deswegen war es für mich schon in der fünften Klasse klar, dass ich nach dem Abitur für einige Zeit auf den Philippinen arbeiten werde.
Was sagt die Familie dazu?
Die Reaktionen sind unterschiedlich. Eine Tante ruft öfters an und meint, es sei doch viel zu gefährlich. Meine kleine Schwester will nicht, dass ich von zu Hause weggehe und meine Mutter findet es cool.
Was ist das für ein Kinderdorf?
Es ist ein Kinderdorf für Straßenkinder aus der Stadt Panabo. Die Jungen und Mädchen leben in Häusern und werden dort von einer Fachkraft betreut, die die Mutterrolle einnimmt. Das ist in etwa so wie bei den SOS-Kinderdörfern bei uns. Ich werde in einem dieser Häuser arbeiten und der Hausmutter zur Hand gehen.
Was für Aufgaben sind das?
Oh, langweilig wird es mir nicht werden. Helfen beim Aufstehen, Anziehen, Fertigmachen für die Schule und danach Hilfe bei der ganz normalen Hausarbeit. Außerdem werde ich bei der Gestaltung des Wochenendes mitarbeiten. Der schwierigste und vielleicht auch interessanteste Teil dürfte die Unterstützung der Mariphil-Sozialarbeiterin bei ihrem Einsatz vor Ort bei den Straßenkindern werden.
Haben Sie denn schon Erfahrung mit Kindern?
Das kann man sagen, ich habe zwei jüngere Brüder und meine Schwester. Ich kann mir deswegen sehr realistisch vorstellen, was da auf mich zukommt.
Wer bezahlt Ihre Auslagen?
Es ist so, dass die Praktikanten nicht aus dem Spendentopf für Mariphil bezahlt werden. Wir müssen für die Kosten selbst aufkommen. Konkret heißt das, ich musste mich um jemanden kümmern, der die Kosten für mich übernimmt.
War das schwer?
Nein, mein Sponsor kommt aus dem Umfeld meiner Familie. Er sieht darin ein Geschenk, um mir zu Lebenserfahrung zu verhelfen.
Wie sahen die sonstigen Vorbereitungen aus?
Das sind die Schutzimpfungen gegen Hepatitis A und B und gegen Tetanus.
Keine Angst vor Heimweh?
Nein, ich werde viel zu tun haben. Außerdem nehme ich meinen Laptop mit. Im Kinderdorf gibt es Internet und damit kann ich jederzeit mit meiner Familie und Freunden Kontakt aufnehmen.
Fragen:
Hermann-Peter Steinmüller
