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13.04.2011  |  von  |  0 Kommentare

StettenakM Alles dreht sich um das Kaufhaus Pfeiffer

StettenakM -  Vorbereitungen für das Stettener Sommertheater laufen auf vollen Touren



Alles dreht sich um das Kaufhaus Pfeiffer

Stetten a.k.M. – „Mitten im Dorf oder der Krämer als Eigenbrötler“ – unter diesem Titel laden der „Förderverein attraktive Region Stetten am kalten Markt“ und das Theater Lindenhof in Melchingen in diesem Jahr wieder zum Sommertheater in die Garnisonsgemeinde ein. Das Theaterstück soll sechs Mal an den Wochenenden vom 15. bis zum 17. und vom 22. bis zum 24. Juli auf dem Rathausplatz gezeigt werden. Am Montag war in der Schulaula große Vorbesprechung mit der Bekanntgabe der Rollenbesetzung und der Vorstellung des Stückes durch Autor Franz Xaver Ott und Regisseur Stefan Hallmayer.

Seit dem ersten Sommertheater 1999 setzen die Stettener auf eine bewährte Konzeption. Für Bühnenvorlage und Regie sind die Profis des Lindenhof-Theaters verantwortlich. Die Schauspieler sind Laiendarsteller aus Stetten. Auf die wartet in den kommenden knapp vier Monaten eine Menge Arbeit. Hallmayer: „Wir brauchen 60 bis 70 Probeeinheiten. Eine Probeeinheit dauert bei mir drei Stunden.“ Der Regisseur hat sich 50 Abende für das neue Projekt vorgenommen. Dazu kommen noch zehn Samstage, an denen von 10 bis 17 Uhr geprobt wird. Für die Hauptproben sind das letzte Juni- und die beiden ersten Juli-Wochenenden vorgesehen.

Die Stettener Unternehmerin Claudia Mogg ist für Produktion und Organisation des Sommertheaters verantwortlich. Sie sagt über die Dimension des Theaters: „Beim letzten Mal vor vier Jahren waren einschließlich der Schauspieler und aller Hilfskräfte rund 500 Personen im Einsatz.“ In diesem Jahr dürften es wieder so viele Beteiligte werden. Allein in der Grundfassung der Bühnenvorlage sind rund 130 kleine und große Rollen vorgesehen. Dabei, so erwartet Mogg, wird es aber nicht bleiben. Es kämen bis zur endgültigen Bühnenfassung immer noch schauspielerisch begeisterte Mitwirkende dazu. Mogg: „130 ist die Mindestzahl“.

In dem Stück dreht sich alles um das inzwischen ins Freilichtmuseum in Neuhausen übertragene Kaufhaus Pfeiffer und seinen letzten Besitzer, den 1995 verstorbenen Franz Pfeiffer. Dieses Stettener Original hat der Nachwelt nicht nur ein historisches Kaufhaus hinterlassen, das inzwischen tausende von Museumsbesuchern fasziniert. Pfeiffer hat das Kaufhaus mit seiner Inneneinrichtung von 1925 nie modernisiert und über die Jahrzehnte viele Waren deponiert und sie damit originalverpackt dem Museum überliefert.

Er war auch menschlich eine dörfliche Institution. Mancher vertraute sich bei einer Tasse Kaffee im Kaufhaus mit seinen Problemen dem Franz Pfeiffer an. Für Franz Xaver Ott eine offenkundig reizvolle Aufgabe, diesen sympathischen Sonderling mit seiner Stettener Welt auf die Bühne zu bringen. „Seine Welt“ sind in diesem Fall die 70-er Jahre, die ihre Spuren auch in Stetten verewigt haben. In dem Stück kommen beispielsweise ein Arztehepaar mit Beziehungsproblemen und einer ungewollt schwangeren Tochter vor, die an Abtreibung denkt. Vergebliche Lehrstellensuche und der Wunsch der Jugendlichen nach einem Jugendhaus finden in dem Stück ebenso Beachtung. Mitten drin in diesem gesellschaftlichen Gebrodel findet sich Franz Pfeiffer als ruhender Pol wieder. Seine Welt dreht sich um die geliebte und oft fotografierte Frauenschuhblüte. So gut wie alles kann er vertragen, nur nicht, wenn er seinen, familiär vorbelasteten Spitznamen „Löhle Bempes“ hört.

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