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Stetten a.k.M 250 Helfer üben den Ernstfall

In ein Katastrophengebiet verwandelte sich der Truppenübungsplatz Stetten a.k.M.. Verletzte, Unfälle, Brände und weitere Schreckensszenarien forderten zwei Tage lang rund 250 Einsatzkräfte samt ihrer technischen Ausstattung.

Aus einem Fahrzeug, das sich vor der Kaserne überschlagen hatte, galt es Verletzte zu bergen. Die Helfer von DRK, Feuerwehr und THW hatten alle Hände voll zu tun. In ein Katastrophengebiet verwandelte sich der Truppenübungsplatz Stetten a.k.M. Bilder: Feuerstein
Aus einem Fahrzeug, das sich vor der Kaserne überschlagen hatte, galt es Verletzte zu bergen. Die Helfer von DRK, Feuerwehr und THW hatten alle Hände voll zu tun. In ein Katastrophengebiet verwandelte sich der Truppenübungsplatz Stetten a.k.M. Bilder: Feuerstein |

Besser hätte die Übungsannahme kaum zum tatsächlichen Wetter passen können, als es in der Nacht von Freitag auf Samstag bei kühlen Temperaturen und starkem Regen zur Sache ging: Unter dem Motto: „Unwetter überm Heuberg“ hatten die Planer im Vorfeld vieles ausgeheckt, damit die rund 250 Einsatzkräfte den Ernstfall auf dem Truppenübungsplatz möglichst wirklichkeitsnah proben konnten. Dass das reale Wetter so gut zum Szenario passte, forderte die Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Rotem Kreuz umso mehr, als spät in der Nacht die ersten Alarmierungen erfolgten.

Dabei sah die groß angelegte Übung ihren Einsatz nach einem heftigen Unwetter über dem Kasernengelände vor. Eine Windhose hatte dort ein Kino schwer beschädigt. Durch die Trümmer waren die Treppenhäuser blockiert, im Obergeschoss waren zahlreiche Verletzte eingeschlossen. Die Schwierigkeit bestand für die Helfer darin, dass Teile des Gebäudes abgestützt werden mussten. Helfer des Technischen Hilfswerkes mussten zusätzlich mit ihrem Einsatzgerüstsystem eine Plattform auf Höhe des ersten Stockwerkes aufbauen, über die schließlich die Verletzten gerettet werden konnten.

Gleichzeitig brach in einem weiteren Gebäude durch Blitzschlag ein großes Feuer aus, das von den mitübenden Pyrotechnikern nach allen Regeln der Kunst inszeniert wurde.

Weithin sichtbar leuchtete der Himmel feuerrot, als die Rettungskräfte anrückten, um aus dem brennenden und bereits völlig verrauchten Gebäude zahlreiche Verletzte zu bergen. Weil weitere Personen im nahe liegenden Wald vermisst wurden, kam eine Rettungshundestaffel mit ihren Suchhunden zum Einsatz. Der Einsatzleitung unter deren Leiter Gerhard Hanekamm oblag es, sämtliche Einsätze zu koordinieren und im Auge zu behalten, während die DRK Einsatzeinheiten in Windeseile einen „Behandlungsplatz 25“ aufbauten, in dem die Verletzten gesichtet und versorgt wurden.

Während am Samstagvormittag alle teilnehmenden Einheiten ihr eigenes Übungsprogramm gestalteten und diverse Ausbildungsthemen auffrischten, stand am Nachmittag die zweite gemeinsame Großübung an. Volle Konzentration war in der Einsatzleitung gefordert, um die vielen verschiedenen Einsätze der etwa 250 Retter zu koordinieren und die Dinge jederzeit im Griff zu behalten. Die Katastrophe nahm ihren Lauf, als es an einer Bahnverladestation zu einem Zusammenstoß zwischen einem Güterzug und einem voll besetzten Omnibus kam. Um alle Verletzen zu bergen, mussten die Helfer den Güterzug anheben, während direkt vor der Kaserneneinfahrt ein Fahrzeug von der Straße abkam und sich überschlug. Dabei wurden im Auto mehrere Verletzte eingeklemmt. Kurz darauf entzündete sich im Gelände „Kleinstetten“ durch ein Lagerfeuer das Zelt eines Jugendlagers, während in der Nähe ein Arbeiter an einem Hochspannungsmast verunglückte und von der Feuerwehr und dem THW von dem hohen Mast gerettet werden musste. Darüber hinaus kam es im Bereich „Zitzenbühl“ noch zu einer Explosion, durch die mehrere Personen in einer Werkstatt verletzt wurden und eine weitere Person im Keller des Gebäudes vermutet wurde.

Zu allem Überfluss wurde im Kasernengelände ein Tanklastzug von einem Panzer gerammt, wobei zur Bergung der Verletzten der Panzer angehoben und die gefährliche Ladung des Tankzuges abgepumpt werden musste.

Über das gesamte Wochenende standen der gemeinsame Einsatz und das Zusammenspiel verschiedener Organisationen und Einheiten aus mehreren Landkreisen im Mittelpunkt des Geschehens. Dabei konnte die Übungsleitung um Mathias Dewald und Marc Staiger vom THW Ostfildern sowie Martin Kuhn und Michael Luick von den DRK-Einsatzeinheiten 2 und 3 des Landkreises Esslingen ebenso wertvolle Erkenntnisse gewinnen, wie die zahlreichen Kommandanten der beteiligten Einheiten und mehrere Kreis- und Stadtbrandmeister, die als Beobachter und Schiedsrichter zu den Übungen angereist waren.

Bildergalerie im Internet:

www.suedkurier.de/bilder

 

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