Sigmaringendorf Überaus gelungene Premiere in Sigmaringendorf

Zuschauer zeigen sich von "Der Schatzinsel"-Aufführung begeistert. Die Waldbühne setzt mit ihren vielen Jugendlichen das legendäre Stück perfekt um.

Sigmaringendorf – Mit der Inszenierung des Romans "Die Schatzinsel" hat sich die Waldbühne ein hohes Ziel gesetzt. Am Samstag war Premiere des Kinderstückes, und der Aufwand hat sich gelohnt. Die Geschichte um den Jungen Jim Hawkins, ist 137 Jahre alt. Robert Louis Stevensons Geschichte, steht für "die Piratengeschichte" schlechthin. Neben dem kleinen Jim (Helena Pfäffle) sind es Baron Trelawney (Jakob Meichle) und Doktor Livesay (Hannah Fanslau), die gemeinsam in See stechen, um sich auf die Suche nach einem Schatz zu machen. Dieser ist auf einer Schatzkarte eingezeichnet, die Jim bei einem unliebsamen Gast im Gasthaus seiner Mutter "Zum goldenen Anker" im englischen Bristol entdeckt hat. Schon immer dachte er Junge, wenn er den auslaufenden Schiffen nachschaute: "Eines Tages will ich auch zur See fahren".

Die Zuschauer staunen nicht schlecht, als wirklich ein Schiff auf der Bühne einläuft, und die drei mitsamt Kapitän und Piratenbande an Bord nimmt. "Um dies alles zu ermöglichen und sämtliche Kulissen fristgerecht fertigstellen zu können, haben viele Helfer sogar Urlaub genommen und ihre Freizeit geopfert", sagt Walter Kordovan, Vorsitzender des Theatervereins Waldbühne, bei seiner Begrüßung. Das Premierenpublikum weiß es zu schätzen und dankt mit spontanem Applaus. Dieser brandet immer wieder auf, wenn sich die bunte Kinderschar so richtig ins Zeug legt. Rund 50 Mitwirkende zwischen 5 und 22 Jahre alt stehen in diesem Jahr auf der Bühne, zehn von ihnen zum allerersten Mal. Gesang- und Tanzeinlagen bringen mächtig Schwung in die Piratengeschichte, in der oft recht heftig gestritten, gekämpft und sich wieder versöhnt wird.

Bevor Jim und seine Begleiter die Schatzinsel erreichen, gibt es noch einem "Zwischenstopp" in Mexiko mit Mariachi-Musik und bezaubernden Tänzerinnen. Eine fröhliche Kinderschar wirbelt über die Bühne, sie spielen und streiten, erzählen sich Geschichten vom legendären "Cäpt'n Flint". Die jüngste von ihnen, Frida Speh, ist gerade mal fünf Jahre alt. Aus vollem Herzen dürfen sich die Kinder als "blöder Affe" bezeichnen, doch lässt die Ermahnung nach Versöhnung nicht lange auf sich warten. Alles wird kindgerecht in Szene gesetzt von den beiden Regisseuren Karin Maichle und Alexander Speh, denen am Schluss auch ein ganz besonderes Dankeschön galt. Passend zum Stück dürfen sie sich demnächst in der Piraten-Herberge Jack Rattle im Donautal "den Bauch vollschlagen".

Weitere Vorführungen gibt es am 24. und 25. Juni sowie am 1., 2., 9., 16., 21., 23. und 20. Juli. Reservierungen unter www.waldbuehne.de oder Telefon 0 75 71/35 20 von Montag bis Freitag, 18 bis 20 Uhr sowie am Samstag, von 10 bis 14 Uhr.

Zahlen und Fakten

Bei der Aufführung am vergangenen Samstag wirkten 50 Kinder und Jugendliche mit. 14 Mikrofonsender waren im Einsatz, die bis zu viermal zwischen den Schauspielern getauscht werden mussten. Um die Akteure ins rechte Licht zu rücken, mussten 76 verschiedene Lichteinstellungen programmiert werden. Über 100 Probenstunden wurden abgehalten und vor jeder Aufführung sind 2,5 Stunden für das Schminken der Darsteller angesetzt. Die Musik für das Stück komponierte der Sigmaringendorfer Profimusiker Frank Boos. Gespielt wird auf der Waldbühne Sigmaringendorf seit 1928, sie gehört zu den bekanntesten Freilichtbühnen im süddeutschen Raum. (bei)

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