Sigmaringendorf Kritik an grün-roter Landesregierung
07.01.2012
Der Kreisbauerntag ist die absolute Traditionsveranstaltung der Landwirtschaft im Kreis Sigmaringen – und zweifellos auch ein Gradmesser für die Stimmung unter den Bauern. Die scheint nicht schlecht zu sein. Jedenfalls hatten die Bauern im vergangenen Jahr weder mit dem Tod von Bin Laden, den Sexeskapaden von Dominik Strauss-Kahn und dem Niedergang der FDP zu tun. Alles Schlagzeilen, die Gerhard Glaser, Obmann des Kreisbauernverbandes Biberach-Sigmaringen in seinem Jahresrückblick in der gut besetzten Donau-Lauchert-Halle in Sigmaringendorf anführte.
Dass dabei auch die neue Landesregierung in Stuttgart ein Thema war, das versteht sich von selbst. Glaser: „Man muss anerkennen, dass sich Ministerpräsident Kretschmann wirklich alle Mühe gibt, ganz hohe Ideale auch zu verwirklichen.“ Aber schon beim Umbruchverbot für Grünland sei es „mit seinem Bodenpersonal und Minister Bonde voll daneben gegangen“. Der musste herbe Kritik einstecken: „Möglicherweise wird mit allen möglichen gesprochen, nur mit den Bauern, welche die besten Grünlandschützer sind, da braucht es dies scheinbar nicht“, wetterte Glaser, der auch Vizepräsident des Landesbauernverbandes ist. Zudem habe der neue Wind aus Stuttgart nicht nur den Grünlandumbruch weggefegt, sondern auch das vorbildliche Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleichsprogramm, kurz MEKA genannt. Dass auch die Förderung für besonders tierfreundliche Stallbauten dramatisch gekürzt wurde, das stinkt den Bauern besonders.
Den Sparzwang will Glaser nicht als Begründung gelten lassen. Schließlich habe man genug Geld für Hundertschaften neuer Ministerialbeamter. Auch die Absicht einer Verdoppelung der Bioenergie im Ländle stößt auf Kritik: „Hieraus erfolgt alles andere als eine Extensivierung des Ackerbaus“ ist sich Glaser sicher. Jetzt könne man wieder einen Schwund der Artenvielfalt beklagen und die Bauern dafür verantwortlich machen. Glasers Fazit: „Wenn du den Ruf von ökologisch- tier- und verbraucherfreundlich hast, dann kannst du in Wirklichkeit treiben was du willst.“ Der SÜDKURIER wird noch berichten.
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