Sigmaringendorf – In Sigmaringendorf fand die Jahreshauptversammlung des Theatervereins Waldbühne statt. Überraschung: Der seit 1935 auf der Waldbühne aktive Erste Vorsitzende Johann Speh gab seinen Amtsverzicht bekannt und wurde zum Ehrenmitglied des Theatervereins ernannt. Fast 75 Jahre ist es her, dass Johann Speh, der einzige noch verbliebene Waldbühne-Aktive, der älter als die Bühne selbst ist, erstmals auf der Bühne stand. Als kleiner Steppke in Gerhart Hauptmanns „Die versunkene Glocke“ spürte er an der Hand seiner Mutter erstmals die Atmosphäre auf den Kieselsteinen, die die Welt bedeuten. Freilich hat damals noch niemand geahnt, dass Johann Speh einmal Dreh- und Angelpunkt des Vereins werden würde. „Mister Waldbühne“ wurde er in der Presse tituliert, schon vor Jahren erhielt er die Ehrenmedaille der Gemeinde Sigmaringendorf. 1962 hatte Johann Speh die Spielleitung der Waldbühne übernommen und danach ununterbrochen bis 1994 Regie geführt. 1989 hatte er zudem das Amt des ersten Vorsitzenden übernommen und in all den Jahren den Theaterverein geprägt wie kein anderer. Johann Speh war nicht nur Vorsitzender und Spielleiter, er organisierte auch lange Jahre den Kartenvorverkauf, brachte sich aktiv in Bühnenbau und Technik ein und stand zudem auch noch regelmäßig selbst als Schauspieler auf der Bühne, zuletzt 2005 als Boby, treuer Butler in Diensten von Dürrenmatts „Alter Dame“ Claire Zachanassian.
