Sigmaringen Weltmeister Daniel Unger siegt beim Silvesterlauf
Tagessieger: Triathlonweltmeister Daniel Unger.
Der Himmel war mit Wolken verhangen, das Thermometer zeigte 6 Grad und wer von idealem Laufwetter sprach, der wurde mit einem schiefen Blick gewürdigt. Den Silvesterlauf in Stauffen bei Heidenheim hatten die Veranstalter kurzfristig abgesagt. In Sigmaringen wurde an so etwas kein Gedanke verschwendet.
Lauftreff-Chef Hans Ender und seine vielen Helfer ließen sich vom Wetter nicht entmutigen – und die Läufer schon gar nicht. 773 gingen insgesamt an den Start – einer mehr als im Vorjahr. Als Landesbank-Chef Joachim Herrmann die Pistole langsam zum Startschuss hob, da war die Anspannung seh- und spürbar. Bekanntlich ist beim Sport das Dabeisein alles, doch wenn dabei auch noch ein Sieg herausspringt, dann macht das Ganze noch mehr Spaß.
Dass ausgerechnet Triathlonweltmeister Daniel Unger – er startete für Mengens Triathleten – auf die 12-Kilometer-Strecke gehen würde, das konnte man im Vorfeld nicht wissen. Klar hatte Hans Ender darauf gehofft, dass der sympathische Ausnahmeathlet den Silvesternachmittag auf der Strecke verbringen würde, aber dass „Unger-Man“ jetzt tatsächlich dabei war, das war schon eine tolle Sache. Auch für Thorsten Kriependorf aus Ulm, der genau 90 Sekunden nach Unger durchs Ziel lief.
„Der Daniel ist Profi, da können Amateure nicht mithalten“, machte er gegenüber dem SÜDKURIER neidlos deutlich. Beim Laufen und beim Triathlon zählt der Thorsten immer noch zu den Besten im Ländle, doch an den Triathlonweltmeister kommt er nicht ran. „Daniel ist Weltspitze“, sagt er ohne Neid. Der Ulmer war erstmals in Sigmaringen am Start. Eigentlich wollte er nach Stauffen, aber weil der Lauf dort abgesagt wurde, hat er sich kurz entschlossen nach Sigmaringen aufgemacht. denn Silvester ohne Laufen, das ist für ihn nichts.
Auch nicht für die Sportler aller Altersklassen, die der Nässe trotzten und teilweise recht verdreckt ans Ziel kamen. Dort machte es „piep“, sobald die eine Kontaktmatte den Zieleinlauf registriert hatte. Erstmals hatte man sich in Sigmaringen für die Zeitmessung mittels Transponder entschlossen. Dazu wurde ein kleiner Sender an den Laufsocken angebracht, der vor dem Start für jeden Läufer registriert wurde.
Trotzdem gab es immer wieder kleinere Probleme mit der Zeitnahme, denn auch die moderne Technik kann so ihre Tücken haben – und sei es nur, dass die Antenne am Transponder nicht richtig abstrahlt. Da ärgerte sich so mancher Teilnehmer schon, dass er nicht auf der Ergebnisliste auftauchte. Denn die ist für die Läufer eine Art Evangelium.
Im freundlichen Umgangston war man bemüht, Ungereimtheiten aus dem Weg zu räumen. Die Korrektur fehlerhafter Ergebnisse war an Ort und Stelle nicht möglich, doch wenn die Listen unter www.silvesterlaufsigmaringen im Internet stehen, dann müsste eigentlich alles stimmen.
