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Sigmaringen Vater missbraucht seine Töchter - Acht Jahre Haft

Ein 41-jähriger Familienvater aus dem Kreis Sigmaringen ist vom Landgericht Hechingen zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Er hat gestanden, seine beiden damals neun und elf Jahre alten Töchter sechs Jahre lang bis zu drei Mal wöchentlich sexuell missbraucht zu haben. Dabei hatte er alle Übergriffe mit der Videokamera gefilmt.

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Acht Jahre Haft lautete die Entscheidung des Landgerichts Hechingen, gegen den angeklagten Familienvater.

Sigmaringen - Ein Raunen ging durch den Zuschauerraum des Gerichtssaals, als Staatsanwalt Karl-Heinz Beiter die Anklageschrift verlas. Darin wurde der 41-Jährige beschuldigt, sich in 239 Fällen an seinen beiden Töchtern vergangen zu haben. Im Juni 2001 soll er erstmals seine neunjährige Tochter unsittlich berührt und wenig später zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Auch ihre zwei Jahre ältere Schwester zwang der Mann zum Geschlechtsverkehr.

Der sexuelle Missbrauch wiederholte sich laut Anklage in unregelmäßigen Abständen von zwei bis drei Mal pro Woche oder pro Monat, jeweils wenn die Lebensgefährtin nicht zu Hause war. Dreimal soll er sich gleichzeitig an beiden Töchtern vergangen und dabei Geld versprochen haben.   

Der Angeklagte legte bei der Verhandlung ein umfassendes Geständnis ab. Als der Richter wissen wollte, wie es zu den Übergriffen gekommen sei, erklärte der Mann, dass er dies nicht mehr genau sagen könne. Er habe sich im Juni 1996 von seiner Ehefrau, der Mutter seiner insgesamt vier Kinder, getrennt und das Sorgerecht erhalten. Seine Kinder seien sehr anhänglich gewesen. "Ich habe irgendwann immer mehr den körperlichen Kontakt zu ihnen gesucht", erklärte der Mann. Als seine Lebensgefährtin im Jahr 2001 zur Kur gefahren sei, habe er sich an den Mädchen vergangen.

Er gab an, dass die Kinder sich nicht gewehrt und nie geweint hätten. Erst Ende des vergangenen Jahres habe sich seine jüngere Tochter gewehrt oder den sexuellen Missbrauch nur noch unter Drohungen über sich ergehen lassen. "Ich habe versucht, den Drang zu unterdrücken", versuchte sich der 41-Jährige zu erklären. Auf die Frage von Richter Gerd Müller, warum er alles mit der Videokamera gefilmt habe, antwortete er: "Ich wollte noch mal das Gefühl erleben, das ich dabei hatte. Ich habe gehofft, wenn ich mir die Videos anschaue, kommt es nicht mehr vor. Leider kam es wieder vor."

                                       

Aufgedeckt wurde der sexuelle Missbrauch diesen Sommer, als die jüngere Tochter immer häufiger von zu Hause weg blieb und durch Diebstahldelikte und starken Alkoholkonsum auffiel. Im Juli sei es zum Eklat gekommen, berichtete Lebensgefährtin des Angeklagten als Zeugin. Der älteste Sohn habe damals Andeutungen gemacht, weswegen sie ihren Freund zur Rede gestellt und unter Druck gesetzt habe. Er habe zugegeben, sich an der jüngeren Tochter vergangen zu haben, und habe angekündigt, sich das Leben zu nehmen. Völlig schockiert rief die Frau die Polizei, woraufhin der Mann in Untersuchungshaft kam.

Staatsanwalt Karl-Heinz Beiter zeigte sich völlig schockiert angesichts der Delikte: "Es ist sehr erschütternd, was der Angeklagte gemacht hat." Er forderte eine Haftstrafe von acht Jahren. Der Vertreter der beiden Mädchen, die als Nebenklägerinnen auftraten, schloss sich dem Antrag an. Beide Mädchen waren während der kompletten Verhandlung anwesen, hatten aber sichtlich Schwierigkeiten, ihrem Vater gegenüber zu sitzen. Die Opfer befinden sich in Therapie. Der Verteidiger plädierte, den Beschuldigten zu sieben Jahren zu verurteilen, da er geständig und nicht vorbestraft sei. Gleichzeitig betonte der Verteidiger aber, dass es keine Wiedergutmachung für diese Taten gebe.

                                      

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu acht Jahren Haft wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Beischlaf mit Verwandten in 239 Fällen. Strafmildernd habe das Gericht einzig das Geständnis berücksichtigt, weil der Mann seinen Töchtern damit die Einzelvernehmung zu jedem Delikt vor Gericht erspart hatte. Zuvor hatte der Vater versucht, sich bei seinen Töchtern zu entschuldigen: "Ich habe erst jetzt verstanden, was ich angerichtet habe, und möchte mich zutiefst entschuldigen." Beide Töchter wandten den Blick ab.


 
 

 
 
 

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