Sigmaringen - Ein Raunen ging durch den Zuschauerraum des Gerichtssaals, als Staatsanwalt Karl-Heinz Beiter die Anklageschrift verlas. Darin wurde der 41-Jährige beschuldigt, sich in 239 Fällen an seinen beiden Töchtern vergangen zu haben. Im Juni 2001 soll er erstmals seine neunjährige Tochter unsittlich berührt und wenig später zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Auch ihre zwei Jahre ältere Schwester zwang der Mann zum Geschlechtsverkehr.
Der sexuelle Missbrauch wiederholte sich laut Anklage in unregelmäßigen Abständen von zwei bis drei Mal pro Woche oder pro Monat, jeweils wenn die Lebensgefährtin nicht zu Hause war. Dreimal soll er sich gleichzeitig an beiden Töchtern vergangen und dabei Geld versprochen haben.
Er gab an, dass die Kinder sich nicht gewehrt und nie geweint hätten. Erst Ende des vergangenen Jahres habe sich seine jüngere Tochter gewehrt oder den sexuellen Missbrauch nur noch unter Drohungen über sich ergehen lassen. "Ich habe versucht, den Drang zu unterdrücken", versuchte sich der 41-Jährige zu erklären. Auf die Frage von Richter Gerd Müller, warum er alles mit der Videokamera gefilmt habe, antwortete er: "Ich wollte noch mal das Gefühl erleben, das ich dabei hatte. Ich habe gehofft, wenn ich mir die Videos anschaue, kommt es nicht mehr vor. Leider kam es wieder vor."
