Wer meint, leuchtende Kinderaugen gäbe es nur zu Weihnachten, der sollte einmal im „Grünen Zentrum“ in Sigmaringen-Laiz vorbei schauen. Dort macht der Fachbereich Landwirtschaft des Landratsamtes immer wieder Angebote für Kinder, bei denen es Erfolgserlebnisse gibt, die man nicht nur sehen, sondern sogar essen kann, wie es in einer Mitteilung heißt. „Gemeinsam kochen und backen“ war jetzt wieder angesagt und da hatten nicht nur die Kinder ihren Spaß, auch die Mütter waren mit Eifer bei der Sache und nahmen von Anleiterin Cordula Reutlinger manchen wertvollen Tipp mit an den heimischen Herd zuhause.
„Im Alltag findet die Nahrungszubereitung oft unter Zeitdruck statt, da können Kinder nur schwer einbezogen werden“, betonte Reutlinger. Aber Kinder würden eigentlich sehr gerne kochen, backen und auch spülen. „Sie mögen besonders das praktische Tun zusammen mit den Eltern“, sagte die Anleiterin weiter. Beim Kochen erfuhren die Kinder viele Erfolgserlebnisse, vor allem, wenn es am Ende gut geschmeckt hat. Kinder spürten, dass das Kochen sinnvoll und wichtig sei. Und dass diese Angelegenheit auch noch eine ganze Menge Spaß macht, das war in der Lehrküche im Grünen Zentrum unübersehbar.
Was Kinder selber zubereiten haben, das essen sie in der Regel meistens auch gerne. Und da durfte es dann auch mal eine Spinatflädlesuppe oder eine Gemüsewaffel sein. So mancher Nachwuchskoch war beim Werkeln in der Küche auf den Geschmack gekommen und hatte nebenbei auf ganz natürliche Weise gelernt, wie man sich ausgewogen und gesund ernährt. „Der Umgang mit ursprünglichen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, Obst und Gemüse, Mehl und Eiern geht den Kindern verloren, weil die Industrie viele Verarbeitungsschritte vorab übernimmt“, erklärte Cordula Reutlinger und die Mütter haben dazu nur zustimmend mit dem Kopf genickt.
„Es kann nichts schaden, wenn man weiß, wie man Nudeln selbst machen kann“, war sich Martina Metzger aus Inneringen sicher und schaute genau zu, wie ihr Elias die Nudelmaschine bediente. „Einfach genial“, fand Manuela Müller aus Jungnau das Kursangebot. Sie und ihr Sohn Adrian waren überzeugt, dass man bei so einem gemeinsamen Kochen eine ganze Menge lernen könne. Auch Sylvia Wischnewski aus Sauldorf war voll des Lobes. Sie war mit mir ihrer Tochter Anne gekommen und gab gerne zu, dass auch sie selbst noch was gelernt habe. Sie hielt solche Angebote für sehr wichtig und würde sich wünschen, dass noch mehr Eltern mit ihren Kindern den Weg ins „Grüne Zentrum“ finden würden. Für die kleine Simona Hipp und ihre Mutter Doris waren es tolle Stunden, die sie erleben konnten. Sie versicherten, sie würden gute Erinnerungen mit nach Sauldorf nehmen und im Bekanntenkreis für weitere Kurse dieser Art werben. Und zweifellos werden manche leckere Dinge demnächst auf den heimischen Speisezetteln stehen, denn die Kochlust er Kinder schien am ende des Kruses ungebremst. Apfelkuchen, Flädlesuppe, Würstchen im Schlafrock oder schnelle Pizza-Brote – es gab vieles auszuprobieren. Dass Kinder und Mütter hinterher praktisch noch die eigener „Restaurant-Tester“ waren, das hatte den Spaß und ganz bestimmt auch den Lerneffekt erhöht. Für Cordula Reutlinger: „Wenn man weiß wie es geht, dann ist durchaus kreative Sache.“ Und für diese Überzeugung musste sie weder bei Müttern noch Kindern kämpfen.
