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Sigmaringen Logistische Drehscheibe im Südwesten

28.11.2009
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Insgesamt werden es rund 10 Millionen Euro sein, die der Bund in Sigmaringen in das Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Sanitätsmaterial investiert. Gestern wurden die ersten sanierten Gebäude übergeben. Das bedeutet: endlich mehr Platz für die größte Apotheke in Baden-Württemberg.

Sigmaringen – Auf zwei Millionen Euro pro Quartal beziffert Oberfeldapotheker Frank-Peter Gaede den Warenumsatz in „VIZ“, wie das Versorgungs- und Instandsetzungzentrum Sanitätsmaterial abgekürzt heißt. Diese Einrichtung in der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen ist laut ihrem Chef „die logistische Drehscheibe im Süden der Republik für Arzneimittel und die Instandsetzung von Sanitätsmaterial.“ Ein bisschen Stolz kann man da aus den Worten des Oberfeldapothekers schon heraus hören – und das darf auch sein. Immerhin ist das VIZ in der Hohenzollernstadt eines von vier solchen Zentren, die die Bundeswehr in Deutschland unterhält. Von der Kopfschmerztablette bis zum Verbandsmaterial für Verwundete ist hier alles zu haben. Auch medzinisches Gerät wird hier instandgesetzt und ein Labor gibt es auch.Und wenn in der Abholzone ein Schild mit den vier Buchstaben KFOR hängt, dann ist auch sofort klar, dass nicht nur Kasernen mit medizinischen Produkten versorgt werden.

Mit der Übergabe der sanierten Hallen 124 und 133 sind jetzt endlich auch die Arbeitsbedingungen so, wie man sie bei einer weltweit operierenden Armee erwarten darf. 1 785 000 Euro wurden in die beiden Gebäude investiert, in denen früher Großgerät der Bundeswehr untergebracht war. Die Panzer sind längst aus Sigmaringen abgezogen. Doch was jetzt an ihrer Stelle untergebracht ist, das ist für eine Armee genauso überlebenswichtig, wie Ausbildung und Bewaffnung. Und: „Hier war kein buntes Sammelsurium von Architekten am Werk. Es gibt ein einheitliches Gestaltungskonzept“, wie Baudirektor Tilman Ruhdel feststellte.

Er ist Leiter des Staatlichen Hochbauamtes in Ulm, das auch dafür sorgt, dass das VIZ in Zukunft „auch von außen ersichtlich ist“. Die energetische Sanierung ist es aber, was laut Ruhdel das meiste Geld gekostet hat. Da war das CO²-Reduzierungsprogramm der Bundesregierung recht hilfreich – und die Wirtschaftskrise in gewisser Weise auch. Durch die haben man „gute Preise“ bekommen. Neben einer modernen Wärmedämmung wurde auch die gesamte Gebäudetechnik aktualisiert und teilweise komplett neu gemacht. Leicht geneigte Pultdächer ersetzen jetzt die alten Flachdächer.

Für Hartmut Keßler, Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums in Stetten a.k.M. stand bei den Maßnahmen nicht die Schönheit, sondern der Zweck im Vordergrund. Und da spielt auch das Thema Energie eine ganz wichtige Rolle. Mit der Transformation der Bundeswehr kam das VIZ nach Sigmaringen, und um die ersten Maßnahmen durchzuführen, da seien „große Summen über den Tisch gegangen“. Summen, von den vor allem Planungs- und Ingenieurbüros der Region profitiert haben – und die vielen Firmen, die die Maßnahmen dann umgesetzt haben. Sie alle werden auch in nächster Zeit noch vom VIZ profitieren. Denn es gilt, weitere Gebäude zu sanieren. Der Bedarf ist groß, und die endgültige Fertigstellung bis Ende 2010 laut Tilman Ruhdel „ein ehrgeiziges Ziel“.

Wenn die Zusammenarbeit aber weiterhin so gut klappt, dann dürfte dieses Ziel erreichbar sein. Immerhin gibt es da in Stabsfeldwebel Jürgen Henzler jemanden, den der Oberfeldapotheker als seine „Speerspitze“ bezeichnet. Frank-Peter Gaede: „Er hat für jedes Problem eine Lösung gefunden.“ Und Probleme gab es genug, denn der Betrieb musste während der Baumaßnahmen aufrechterhalten bleiben. Schließlich gibt es ja bekanntlich keine „Betriebsferien“ bei der Armee.

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