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Sigmaringen Kreisstadt im Sommerflair

21.08.2012
Sigmaringen -  Überwiegend Tagesgäste kommen gerne nach Sigmaringen und genießen dabei den Sommer auf ihre Art. An Touristen mangelt es derzeit nicht, zumal sich viele auch im Donautal bis Beuron ferienmäßig eingerichtet haben.

In der Kneippanlage schritten Rudolf Glöckler aus Breitenbrunn im Landkreis Unterallgäu mit Ehefrau Ursula und Mutter Gertrud durch das Wasser und freuten sich über die Abkühlung.  Bild: Rapp

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Etwas weniger Geschäftstüchtigkeit als zu den übrigen Jahreszeiten, dafür aber mehr Betrieb in den Straßencafés, Eisdielen, Biergärten und am Donauradwanderweg ist an einem Hochsommertag in der Kreisstadt auszumachen. Einheimische und vor allem Tagesgäste bevölkern die Fußgängerzonen, lassen es sich unter den aufgespannten Sonnenschirmen gut gehen und vermitteln Sommerflair.

Davon profitierten jedoch die Arbeiter auf dem Parkplatz vor der Stadthalle nicht. Sie waren der prallen Sonne ausgesetzt und holten sich dabei eine tiefe Hautbräune, wenn nicht gar einen Sonnenbrand. Viel Wasser musste eingesetzt werden, um die Staubentwicklung beim Sägen der Pflastersteine für die Randbefestigungen in Grenzen zu halten. Bis zum Wochenende wollen sie mit dem westlichen Teil des Platzes fertig sein. Dann soll dieser dem Verkehr freigegeben und in der Folgewoche die Bagger die gegenüberliegende Seite zum Verschönern und Gestalten angreifen.

An der Orientierungstafel versuchte ein Radfahrer, sich einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Eduardo Oregi aus San Sebastián im spanischen Baskenland war schon seit einigen Tagen unterwegs, um auf dem Donauradwanderweg in insgesamt drei Wochen bis nach Budapest zu strampeln. Mit dem Zug kam er bis Donaueschingen, hatte in Beuron übernachtet und wollte an diesem Tag noch bis Ulm fahren. In Regensburg wird er einen dort wohnenden Freund treffen, der ihn bei der Radtour bis nach Ungarn begleiten will. Die Rückreise tritt er dann jedoch mit dem Flieger an. Unter dem Steg über die Donau versuchten zwei Kinder eine Ente mit ihren vier Jungen ans Ufer zu locken, allerdings ohne Erfolg. Die Ente traute dem Frieden anscheinend nicht. Derweil hielt ein Graureiher etwas weiter flussaufwärts unbeweglich Ausschau nach einem guten, schuppigen Mittagsmahl.

In der Kneippanlage saßen Rudolf Glöckler aus Breitenbrunn im Landkreis Unterallgäu mit Ehefrau Ursula und Mutter Gertrud gerade auf einer Bank beim Vesper. Auch sie waren Tagesausflügler ins Obere Donautal und kneippten extra für den SÜDKURIER ein paar Runden im kühlen Wasser. Aber sie gaben zu, die Erfrischung tat wirklich gut.

Hochkonjunktur hatte Dietmar Rossdeutscher und seine Mitarbeiterin in seiner Fahrradreparaturwerkstatt in der Unteren Vorstadt. Ein älteres Ehepaar ließ sich gerade Luft in die Reifen ihrer Elektrofahrräder pumpen. „An Urlaub ist bei uns momentan nicht zu denken“, verrät Rossdeutscher und meint: „ Ich muss öfters sogar Kunden an meine Kollegen in Laiz und Mengen verweisen“.

Inzwischen war es Mittagszeit in der Kreisstadt geworden. Die Urlauber kehrten ein, Tische und Stühle vor den Restaurants und Cafés auf dem Rathausplatz waren nahezu vollständig belegt. Vor einem blauen Go-Kart mit Konstanzer Zulassung, das vor einem Geschäft geparkt ist, sinnierte Joachim Nislwitzer aus Tailfingen über die Gefährlichkeit solcher Fahrzeuge, ließ sich aber trotzdem zum Probesitzen für ein Foto animieren.

Ihren Hunger und ihren Durst stillten ein paar junge Mädchen vergnüglich im Schatten des Stadtbrunnens vor dem Rathaus. Aus ihren Rucksäcken futterten sie, was man ihnen daheim eingepackt hat. Die Getränkeflaschen waren schon mal leer, aber sie wurden nach und nach mit Wasser aus dem Marktbrunnen aufgefüllt.

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