Hunderte bei Trauerfeier für Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen. Papst sendet Trauerbotschaft.
Zahlreiche Vertreter von badischen, württembergischen und hohenzollerischen Adelshäusern, aber auch weit darüber hinaus, kamen zur Trauerfeier für Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenzollern nach Sigmaringen, dem Stammsitz des Fürstenhauses.
Der Adlige war vergangene Woche nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 86 Jahren im Kreise seiner Angehörigen verstorben. Mit Kränzen und Blumen wurde des Verstorbenen gedacht, der viele Jahre auch die wirtschaftlichen Geschicke des Hauses Hohenzollern gelenkt hatte.
Durch Einsatz von 100 Millionen Mark aus dem Verkauf von eigenen Liegenschaften rettete der Fürst nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1965 die Hohenzollerischen Hüttenwerke vor dem Konkurs und bewahrte damit viele Menschen vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Mittlerweile wurde die Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern gebildet, die in vielfältigen Segmenten – von der Zieherei für Präzisionsstahl bis zum Tourismus sehr erfolgreich tätig und der größte Arbeitgeber im Landkreis Sigmaringen ist.
Der Fürst pflegte keinen aufwändigen Lebensstil und war ein begeisterter Ski-Fahrer. So wie sein Sohn Karl Friedrich, der nun nicht mehr Erbprinz, sondern mit 58 Jahren Chef des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen ist und selbst aktiv diesen Musikstil pflegt, liebte der Verstorbene den Jazz. Dass es bei der Trauerfeier deshalb nicht nur Klassisches, sondern auch Swing gab, das mag so manchen Gast verwundert haben – dem Verstorbenen dürfte das wohl als vollkommen selbstverständlich vorgekommen sein.
Dem Adligen war es immer wichtig, dass sein Haus nicht durch Skandale in die Schlagzeilen gerät – was ihm zweifellos auch über Jahrzehnte hinweg gelang. Der gläubige Katholik war auch viele Jahre sehr aktiv als Ritter im Malteser-Orden. Er liebte die Jagd. Als bei der Trauerfeier „seine“ Jäger noch einmal für ihn ins Horn bliesen, war das ein letzter Gruß für einen Mann, den vermutlich nicht alle liebten, aber ganz bestimmt respektierten. Der Fürst hatte auch das soziale Engagement seines Vaters stets weiter geführt. Sogar Papst Benedikt XVI. ließ ein Kondolenzschreiben überbringen, in dem er die Verdienste des Verstorbenen würdigte.
Trauerfeier für Fürst von Hohenzollern