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Sigmaringen Donum Vitae: Handeln statt nur reden

07.05.2010
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Festredner Erwin Teufel weckte beim Zehnjährigen von Donum Vitae in Sigmaringen Emotionen.

Sigmaringen – Nachdem sich die Tür so mancher kirchlicher Beratungsstelle für Frauen im Schwangerschaftskonflikt geschlossen hatte, öffnete sich in Sigmaringen die Tür von „Donum Vitae“. Das ist nun zehn Jahre her – und ein Grund zum Feiern für den Regionalverband Hohenzollern. Im Hofgarten in Sigmaringen tat man das am Donnerstagabend mit unzähligen Gästen aus der Politik, der Medizin, dem Sozialwesen, den stets unterstützenden Service-Clubs und all jenen, die mit dem – unter Druck aus Rom – gefassten Entschluss der Katholischen Bischofskonferenz, keine Beratungsscheine mehr auszustellen, nicht einverstanden waren. Dass die Gründung von Donum Vitae ein richtiger Schritt war, das machte auch Vorsitzender Martin Bösch deutlich. Er berichtete von ständig mehr Beratungsgesprächen, vom hohen Stellenwert der Prävention und vielen Kindern, die doch noch leben durften, weil Frauen in Not auf vielfältige Weise geholfen wurde.

Für Sozialdezernent Franz-Josef Schnell ist Donum Vitae der Ausdruck von sozialer Verantwortung und Solidarität. Man dürfe Frauen in schwierigen Situationen nicht alleine lassen. Für den Landkreis sei der Verein ein verlässlicher Träger, den man nicht missen möchte. Bis zur Neufassung des Paragrafen 218 kamen etwa 450 Frauen im Jahr zur Schwangerenberatung des Caritasverbandes. „Etwa ein Drittel davon waren in Konfliktsituationen“, erinnerte sich Clemens Walz, der ehemalige Geschäftsführer des Caritasverbandes Sigmaringen, der vor 30 Jahren eine Beratungsstelle eingerichtet hatte.

Und die Not war so groß, dass sie an Abtreibung dachten. Man habe mit dem Entschlusss der Bischöfe gerade diese Frauen „vor der Tür der kirchlichen Beratungsstellen lassen“. Seit zehn Jahren setze Donum Vitae nun das fort, was viele Jahre zuvor nach den bischöflichen Richtlinien möglich war. Walz: „Sie dürfen stolz sein auf die Bewahrung christlicher Sozialarbeit.“

Die Beraterinnen Ulrike Timm und Susanne Scham machten dann an zwei Beispielen deutlich, wie eine Beratung ausgehen kann: positiv für das Kind oder ergebnissoffen. Es waren eine Muslima und eine Handwerkersgattin, die zur Beratung kamen. Das macht deutlich: Donum Vitae ist für alle Bevölkerungsschichten da.

Diesen Anspruch reklamiert auch Erwin Teufel für sich. Der ehemalige Ministerpräsident hätte auch zum 80. Geburtstag von Helmut Kohl fahren können, aber er hatte Donum Vitae schon zugesagt – und begeisterte in Sigmaringen mit einer Ansprache, die fast schon eine Predigt war. Aber eine, die tief in die Herzen der begeisterten Zuhörer ging. Für das Mitglied von Donum Vitae ist die persönliche Not, schwangere Frauen in die Beratung trugen „so vielfältig wie das Leben“.

Und Hilfe sei unabdingbar. Denn auch das ungeborene Leben genieße den Schutz der Verfassung. Teufel: „Der Staat schützt die Menschenrechte, aber er gibt sie nicht.“ Dieses liege in der Verantwortung der Christen. Deshalb sei Donum Vitae so wichtig: „Sie reden nicht, sondern sie handeln.“ Dass viele Kinder erst durch die Hilfe der Beraterinnen leben können, das ist für den Katholiken ein Ergebnis, das die christliche Motivation deutlich mache.

Donum Vitae bedeutet „Geschenk des Lebens“. Für Pfarrerin Gertrud Hornung aus Veringenstadt ist der Name Programm. Man müsse dem Leben gemeinsam eine Chance geben. Denn klar sei: „Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch.“ Es war viel Nachdenkliches zu hören an diesem Abend. Da war es gut, dass die „No Sisters“ für etwas Swing sorgten.

Kommentar, Seite 20

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