Gestresst? Erfrischung nötig? Chart-Überdruss? Dann ist ein ausgiebiges, dreitägiges Klangbad die beste Therapie. In Scheer, gleich neben der Donau, traf sich am Wochenende wieder eine entspannte, gut gelaunte, hellwache Musikliebhabersippe auf dem vielleicht interessantesten Festival in der Region. Joachim Irmler ist der Kopf im Hintergrund: In den Siebzigern mit der Krautrockband „Faust“ unterwegs, heute Betreiber des kleinen, extrem feinen Klangbad-Labels und einmal im Jahr eben ein Musik-Therapeut, der den Besuchern mit seinem Festival den Glauben an das Gute, Nicht-Kommerzielle, Lebendige und Kreative in den Randzonen der Popmusik zurückgibt.
Hiphop
Zwei der besten Acts des Festivals kommen aus einem Bereich des Pop, der mit am heftigsten durchkommerzialisiert ist: Dem Hiphop. Gleichzeitig hat die Mischung aus Sprechgesang und Elektronik noch immer extremes Grenzspreng-Potenzial. MC Dälek und sein Elektroniker Oktopus mischen ursprünglichen, aggressiven und hochpolitischen Ghetto-Rap mit düsteren, experimentellen Sounds: Harten Beats, Noise, Samples. Die Mischung ist verstörend und faszinierend, der Auftritt von roher Wucht.
Ganz anders Transmitter aus Hannover. Hier kommt ein Schlagzeug dazu, das den elektronischen Drummaschinen zusätzlichen Live-Wumms verleiht – und tatsächlich tanzen im Festivalzelt, das traditionell mit alten Sofas bemöbelt ist, die Leute hemmungslos auf Plüsch und Polster.
Elektronik
