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Sauldorf Unterricht im Wald: Kinder lernen im Ökomobil

18.10.2008
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Im Ökomobil des Regierungspräsidiums Tübingen macht Unterricht doppelt Spaß: Hier lernen 24 Schüler der Auentalschule Rast, warum die Natur so wichtig ist.

Nach einer stockdunklen Nacht wird es in Sauldorf an diesem Dienstag erst gegen neun Uhr morgens so richtig Tag. Im Glanz der ersten Sonnenstrahlen löst sich der Nebel auf. Unter dem Laubboden des hier beginnenden Waldes Gerberhölzle setzt sich das von Nachtkälte erstarrte Leben in Bewegung.

In dieser frühen Morgenstunde sind 24 Schüler der Auentalschule Rast zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Petra Heinzler, der Lehrerin Veronika Kempter sowie der pädagogischen Beraterin Heidi Hoffmann eingetrudelt. Vor ihnen am Weg zum Waldrand steht ein bunt bemalter Lastwagen. Die Blicke der Erst- und Zweitklässler entziffern auf dem kofferartigen Aufbau die Aufschrift „Ökomobil“. Ihre Schule hat extra für sie das rollende Naturschutzlabor des Regierungspräsidiums Tübingen nach Sauldorf geholt. Kaum am Fahrzeug angekommen, öffnet sich hinten am Laster die Tür und Zivi Sandro lockt acht Kinder in eine unbekannte Umgebung.

Das Ökomobil ist ein Klassenzimmer auf Rädern mit naturwissenschaftlichem Anstrich. Noch viermal öffnet sich die Tür, bis alle ihren Platz auf der Schulbank gefunden haben. Für drei Stunden haben die beiden Klassen mit Sabine Reußnik eine neue Lehrerin gefunden. Plötzlich hängen an den Jacken der Kinder Wäscheklammern mit dem selbst geschriebenen Vornamen zum Kennenlernen. Alle sind gespannt auf den Naturkundeunterricht, der mit einer Frage der beginnt: „Was macht man in einem Ökomobil an den vielen Tischen und Schränken?“ „Tiere untersuchen!“, rufen einige der bereits in der Schule darauf vorbereiteten Kinder. „Wir gehen mit euch in den Wald um ihn auszuforschen“, erklärt die Naturkundelehrerin. „Genau so wie dies auch die großen Forscher machen.“ Die Kinder erfahren, weshalb die grüne Natur so wichtig ist. Aus der Natur komme alles Essen, ohne sie könnte niemand atmen.

„Haltet mal die Luft Alles was die Kinder über die Natur wissen, wird an eine Tafel mit der Aufschrift: „Natur ist…?“ Geschrieben. Geschickt wird den Kindern ihr Wissen über die Geräte der Naturforscher entlockt: Bücher, Mikroskope, Lupe, Netze, Dosen und Schreibzeug. Vor dem Gang in den Wald müssen die Kinder zum Schutz vor Zecken die Socken über die Hosen ziehen. Auf den Weg dorthin wird ihnen noch die kleine Mahnung mitgeben, beim Einsammeln der Tiere vorsichtig zuzulangen. Im Wald drin sind alle sofort mit den Händen im Laubwerk, jeder Ast wird umgedreht.

„Ih, eine Spinne!“, ruft ein Mädchen und rennt davon. Spinnen sind ganz liebe Tiere, wird das Mädchen aufgeklärt. So wird alles was da kreucht und fleucht aufgelesen und vorsichtig in Glasbehälter eingestrichen. „Ich hab einen Frosch, einen großen Frosch gefangen“, ruft Kenneth. Sein Freund Marcel hat das gleiche Glück – und beide halten ihr Glück in den Händen. Doch der entsetzte Zivi meint, die Kinder könnten den Tieren etwas antun und nimmt ihnen ihren Fang ab und legt ihn in ein Terrarium. Als die Aufregung vorbei ist, wird das Forschergut im Labor unter dem Binokular untersucht. Durch die Stereolupe können die Kinder mit eigenen Augen sehen, wie groß plötzlich eine Ameise aussieht. Ohne dass die Tiere zu Schaden kommen, können sie dem Herzschlag einer Spinne zusehen.

Falko Hahn

Bildergalerie im Internet:

www.suedkurier.de/bilder

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