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Pfullendorf Gut gemeint

10.02.2012
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Mit nachhaltiger Hilfe hat die gut gemeinte Spende von Friseurmeister Rainer Schmauder für namibische Kollegen nichts zu tun.

Gut gemeint hat Friseurmeister Rainer Schmauder seine Benefizaktion für den Friseursalon im fernen Namibia. 1500 Euro brachte er zusammen und legte bei seinem Besuch in Windhoek selbst noch einmal 200 Euro oben drauf. Die vier Namibier dürften sich über den warmen Geldregen gefreut haben, immerhin verdienen sie vermutlich monatlich nur 80 bis 100 Euro. Wer steckt nicht gerne ein halbes Jahresgehalt ein? Mit nachhaltiger Hilfe – das sei mit Verlaub gesagt – hat diese Spende aber nichts zu tun. Wer etwas vom Land und den Leuten kennt, weiß, dass diese Spende vermutlich in den Familien der Friseure aufgeteilt wird. Bestenfalls kommt das Geld den Kindern zugute, aber ebenso gut kann es auch einfach wirkungslos verpuffen. Für die Ausstattung eines Friseursalons oder seine Verbesserung wollen die vier Namibier das Geld ja erst gar nicht verwenden. Um nicht falsch verstanden zu werden: Bei den vier Namibiern, die da von Rainer Schmauder reich beschenkt wurden, handelt es sich vermutlich um höchst ehrenwerte Leute. Aber – nicht nur in Namibia – ist es in aller Regel absolut ineffektiv, Bedürftigen einfach Geld in die Hand zu drücken. Es fehlen dann nämlich die Strukturen, die dafür Sorge tragen können, dass Spenden nachhaltig, das heißt aufbauend und effizient eingesetzt werden. Viele soziale Einrichtungen – nicht nur in Namibia - benötigen Geld, viele Initiativen arbeiten unermüdlich und nachhaltig daran, dass Menschen ausgebildet werden und sich eine eigene Existenz aufbauen können. Für diese Initiativen sind schon 100 Euro oft viel Geld.

Die gut gemeinte Hilfe von Rainer Schmauder hätte in diesem Sinne viel mehr nützen können – auch seinen Berufskollegen in Namibia – wenn sie einer dieser Initiativen zugeflossen wäre. Immer wieder bereisen Menschen die Entwicklungs- oder Schwellenländer. Beeindruckt, teilweise auch schockiert von der manchmal dort herrschenden Bedürftigkeit, wollen sie aktiv werden und ergreifen die Initiative – wie jetzt gerade Rainer Schmauder. Das ehrt sie. Jeder dieser Hilfsbereiten wäre aber gut beraten, sich zunächst über bestehende Angebote im Land zu informieren, damit seine Gelder auch wirklich nachhaltig unterstützen und nicht – wie in diesem Fall - vermutlich wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein verpuffen.

Gut gemeint...
war das, was Rainer Schmauder gemacht hat. Im Vorfeld machte er sich auch viele Gedanken, wie er ...
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