Mein


Schon Jean-Jacques Rousseau wusste: „Die Vernunft formt den Menschen, das Gefühl leitet ihn.“ Wer gestern Morgen vor die Tür trat und meinte, es sei doch deutlich wärmer als in den Tagen zuvor und deshalb sofort auf Schal und Mütze verzichtete, hätte besser einen Blick aufs Thermometer geworfen. Statt 15 nur 12 Grad unter Null, also wirklich kein Badewetter.

Dennoch meinte mancher, es sei über Nacht deutlich wärmer geworden, fast schon wieder angenehm. Er legte mit dieser subjektiven Wahrnehmung Zeugnis davon ab, dass Wetterexperten, die heute von der gefühlten Wetterlage sprechen, in aller Regel ganz im Sinne des französischen Philosophen die Unvernunft mancher Menschen meinen, sich nicht der Wetterlage entsprechend zu kleiden. Sich nur vom Gefühl leiten lassen, ist auch in mancher anderer Lebenslage verhängnisvoll. Gerade vor den Fasnachtstagen sollten das diejenigen bedenken, die sich leichthin im Überschwang der Gefühle Hoffnungen in Herzensangelegenheiten machen. Wie meinte schon die deutsche Schriftstellerin Ida-Boy-Ed so treffend: „Für die Gefühle, die über uns kommen, sind wir nicht verantwortlich, wohl aber für die Folgen, die wir aus ihnen entstehen lassen.“ In diesem Sinne ein gefühlsbetontes „Narri Narro!“.

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